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Fünf Jahre Environmental Ship Index (ESI)

Fünf Jahre nach der Entwicklung des Environmental Ship Index (ESI) seitens der International Association for Ports and Harbors (IAPH) stehen inzwischen über 3.600 Schiffe auf dieser Liste. Die gelisteten Schiffe erzielen bessere Ergebnisse als es die gesetzliche Norm für die Emission von Schiffen vorschreibt.

Am 4. Dezember 2016 präsentierte die IAPH – eine Interessenorganisation von über 200 Häfen weltweit – in Paris die Ergebnisse von fünf Jahren ESI. Dies geschah auf einer Sitzung, die mit COP21 verbunden ist, dem Klimagipfel der Vereinten Nationen. “Wir sind sehr stolz auf das, was wir in fünf Jahren erreicht haben – mit Häfen auf der ganzen Welt”, so Fer van de Laar, Direktor der europäischen Abteilung der IAPH. Er war in dessen Auftrag in den vergangenen fünf Jahren am Index beteiligt. “Für Häfen ist der ESI ein einfaches, jedoch starkes Instrument zur Unterstützung von Schiffseigentümern, die eine Vorreiterstellung einnehmen. Ihre Schiffe erzielen bessere Leistungen als gesetzlich vorgeschrieben und liefern dadurch einen Beitrag zu einer besseren Umwelt.

Umweltleistung

Das ESI-Zertifikat wird seit dem 1. Januar 2011 auf Antrag des Schiffes von der World Port Climate Initiative (siehe www.environmentalshipindex.org) der International Association for Ports and Harbors ausgestellt. Der ESI wurde von den Häfen von Le Havre, Bremen, Hamburg, Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam konzipiert. Der Index gibt Auskunft über die luftverunreinigenden Emissionen (NOx, SOx und CO2) von Schiffen. Auf einer Skala von 0 bis 100 werden die Leistungen dargestellt. Ein Wert von 1 bedeutet bereits eine Verbesserung gegenüber der derzeitigen Umweltgesetzgebung für die Schifffahrt, ein Wert von 100 ist außerordentlich gut. Von den 3.610 ESI-Schiffen haben 175 Seeschiffe ein Ergebnis von über 50. Vier dieser Schiffe erreichen den maximalen Wert von 100!

Honorierung

Häfen und andere nautische Dienstleister auf der ganzen Welt können den Index zur Honorierung von Schiffen und somit zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Schifffahrt heranziehen. Inzwischen gibt es 40 Belohner. Darunter sind Häfen wie Long Beach und Tokyo, aber auch kleinere wie Port Nelson in Neuseeland und Flam in Norwegen. Die Belohnungen variieren von einer Ermäßigung der Hafengebühren im Umfang von ca. 5 % bis zu 100 %. “Die Anzahl der Belohner stagniert z.Zt., doch wir arbeiten intensiv daran, zu einer höheren Anzahl zu gelangen, denn wenn Häfen hinzukommen, kommen auch Schiffe hinzu”, so Van de Laar.

Zukunft des ESI

Die teilnehmenden Häfen besprechen derzeit die Zukunft des ESI. “Die Umweltgesetzgebung für die Schifffahrt wird immer strenger und wir möchten dennoch, dass die Schiffe weiterhin für die ESI-Ermäßigung in Betracht kommen. Wir möchten eine effiziente Fahrweise in der Schifffahrt fördern, doch es ist nicht einfach, dafür Normen zu entwickeln. Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wie z. B. Ladungsart, Motoren, Inhalt und Tiefgang; das ist sehr komplex. Wir haben jedoch eine Idee entwickelt: Jedes Schiff kann sich selbst vergleichen. Schiffe, die uns derzeit mitteilen, wie viele Meilen sie pro Jahr gefahren sind und wie viel Kraftstoff sie dabei verbraucht haben, erhalten Ermutigungspunkte. Wenn wir diese Daten für einen Dreijahreszeitraum haben, können wir vergleichen, ob sie effizienter als im Jahr zuvor unterwegs waren. Damit könnte man eine neue Bewertung verbinden“, so Fer van de Laar.