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VDMA: Geringer Ausbau der Windenergie auf See kann fatale Folgen haben

Das im Bundestag und Bundesrat abschließend beratene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trägt zu mehr Wettbewerb und Marktnähe im notwendigen Umbau des Energiesystems bei und setzt allererste Akzente für die Kopplung von Strom- und Wärmesektor. Für die Anlagenhersteller und Zulieferer für Windenergie auf See hat das novellierte EEG wohl fatale Folgen.

Mathias Zelinger, energiepolitischer Sprecher des VDMA.
Mathias Zelinger, energiepolitischer Sprecher des VDMA. © VDMA

„Mehrere der Stolpersteine, die in den letzten Entwürfen der EEG-Novelle bestanden haben, wurden etwas eingeebnet. Grundsätzlich sehen wir das neue EEG mit dem Umstieg zu mehr Wettbewerb und Marktnähe weiterhin als richtigen und wichtigen Schritt für die Energiewende an. Auch die Verzahnung mit dem Netzausbau ist im Prinzip richtig“, sagt der energiepolitische Sprecher des VDMA Matthias Zelinger. Problematisch bleiben vor allem die Regelungen für die Übergangszeit zum Ausschreibungssystem. So sollen die Vergütungen für Windenergie an Land gegenüber den erst 2014 getroffenen Festlegungen stark abgesenkt werden, was weit fortgeschrittene Projekte gefährdet. Dass dieser Eingriff nun stufenweise statt zu einem Stichtag erfolgt, mildert die Effekte für die Hersteller ab, ändert aber nichts an der Verunsicherung, die er bringt. „Die Impulse für die Nutzung erneuerbaren Stroms in der Wärmeerzeugung und Systemintegration, die in den Regelungen zu den zuschaltbaren Lasten zur Vermeidung von Netzengpässen stecken, sind ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sie hätten aber technologieneutral ausgestaltet werden müssen. Dass noch 2017 weitere Regelungen für innovative Ansätze getroffen werden sollen ist gut. Die Bioenergie bekommt durch die Ausschreibungsvolumen von zunächst 150 und dann 200 Megawatt eine, wenn auch zaghafte, Zukunftsperspektive am wichtigen deutschen Markt“, sagt Zelinger.
„Richtig kritisch wird es jetzt aber für die Windenergie auf See. Langfristig werden wir große Strommengen aus erneuerbaren Energie brauchen, das geht ohne Offshore-Wind nicht. Dass nun das Ausbauvolumen für die erste Hälfte der 2020er-Jahre stark reduziert werden soll, gefährdet ganz konkret Standorte, Innovationen und Kostensenkungen, die wir später dringend brauchen werden. Der Bogen wurde zum Schluss überspannt. Die hart errungene Bund-Länder-Einigung wurde aufgegeben zugunsten eines Koalitionskompromisses, über den es vier Tage vor der Verabschiedung des Gesetzes keinen ausreichenden Diskurs geben konnte“, beklagt der energiepolitische Sprecher des VDMA.

Fatal für die Offshore-Windindustrie ist der im Vergleich zur Einigung zwischen Bund und Ländern reduzierte Ausbau. Er verringert das Volumen für die um ein Jahr verlängerte Übergangszeit von 2021 bis 2025 faktisch um 500 Megawatt auf insgesamt 3.100 Megawatt. Besonders die ersten beiden Jahre, für die jährlich nur 500 Megawatt ausgeschrieben werden, sind für die Industrie und ihre breite Zulieferkette kritisch. „Gerade für die Erreichung der notwendigen Kostensenkungen wäre eine kontinuierliche Entwicklung des Marktvolumens wichtig. Die kräftige Reduktion des Volumens dürfte für Unternehmen Kurzarbeit oder den Ausstieg aus ihren Offshore-Windenergieaktivitäten bedeuten“, sagt Zelinger. Die Ziele, Kostensenkungspotenziale zu heben, den Innovations- und Industriestandort weiter zu entwickeln– auch im Wettbewerb der Technologien und ihrer Anbieter – zu fördern, dürften damit für die Offshore-Windindustrie kaum erreichbar sein.

Beitrag: VDMA / PP

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