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Grünes Licht für LNG-Hilfe

Berlin stellt 90 Millionen Euro bis 2019 zur Verfügung

Wie der THB kürzlich berichtete können in Deutschland künftig die Betreiber von Bestands-See- und Binnenschiffen mit staatlichen Zuwendungen rechnen, wenn diese Fahrzeuge für den Einsatz von Flüssigerdgas aus- oder auch umgerüstet werden sollen. Darauf wiesen jetzt die Maritime LNG Plattform und mehrere Bundestagsabgeordnete hin, die sich schwerpunktmäßig mit Aspekten der maritimen Verbundwirtschaft beschäftigen. Der Durchbruch gelang in dieser Woche im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Es ist nunmehr vorgesehen, dass die LNG-Beihilfe, deren offizielle Bezeichnung „Richtlinie über Zuwendungen für Aus- und Umrüstung von See- und Binnenschiffe zur Nutzung LNG als Schiffskraftstoff’ lautet, im Laufe der kommenden Woche in Kraft tritt Das wird formell mit einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger vollzogen. Lt. THB stehen Gelder damit bereits in diesem Jahr zur Verfügung, und zwar in Höhe von 30 Millionen Euro. Gleichhohe Beträge seien darüber hinaus für 2018 und 2019 vorgesehen, heißt es. Damit nicht genug: Bei einer deutlich höheren Nachfrage als zunächst eingestellt werde an eine Mittelaufstockung gedacht. Das jedenfalls deutete LNG-Plattform-Geschäftsführer Georg Ehrmann gegenüber dem THB als Perspektive an. Obwohl die Beihilfe bereits für den Spätherbst 2016 avisiert war, zog sich die Bewilligung als Folge einer durchaus komplexen Abstimmung zwischen den drei federführenden Ministerien – nämlich Finanzen, Verkehr und auch dem Umwelt-Ressort -empfindlich in die Länge. In der maritimen Branche, die konkrete Projekte verwirklichen will, stieß diese Verzögerung zunehmend auf Kritik. Wirksamer Handlungsdruck wurde Anfang April in Hamburg aufgebaut, als auf der 10. Nationalen Maritimen Konferenz diese Förderung nochmals zugesagt wurde.

Im Zuge der Bewilligung der Fördergelder wurden zudem vom Bundestag Gelder für die Ersatzbauten der in die Jahre gekommenen Mehrzweckschiffe des Bundes, MELLUM und SCHARHÖRN, zugesagt.

MS OSTFRIESLAND der Reederei AG Ems fährt mit Wechselmotoren die wahlweise mit Methan oder mit MGO gefahren werden können.
MS OSTFRIESLAND der Reederei AG Ems fährt mit Wechselmotoren die wahlweise mit Methan oder mit MGO gefahren werden können. © Pospiech.P

Die beiden Ersatzbauten für die bundeseigenen Mehrzweckschiffe MELLUM (IMO 8301981) und SCHARHÖRN (IMO 7349455) sollen nun doch, entgegen zuvor veröffentlichten Informationen, mit einem reinen Erdgas-Antrieb ausgerüstet werden (THB 29. Juni 2017). Das erfuhr der THB aus Berliner Bundestagsabgeordnetenkreisen. Zunächst war geplant, das Spezialschiff-Duo nur mit herkömmlichen Dieselmotoren beim Hauptantrieb zu versehen. Dafür plädierte vor allem das Bundesverkehrsministerium und führte primär Sicherheitsbedenken gegenüber LNG im Falle eines Brandbekämpfungseinsatzes der Schiffe an. Zwei vom DNV GL sowie Lloyd’s Register erstellte Gutachten bescheinigten jedoch die Ungefährlichkeit des Erdgas-Antriebs auch in einem solchen Einsatzszenario, so dass das Verkehrsministerium seine Haltung revidierte.

Deutschland liegt beim Thema Erdgas-Einsatz auf Schiffen im europäischen Vergleich abgeschlagen. Pionierarbeit leistete dabei die AG Ems-Gruppe mit der Nachrüstung ihrer RoPax-Bestandsfahre OSTFRIESLAND und der im Dezember 2015 in Dienst gestellten Fähre HELGOLAND (IMO; 9714862) der Tochterfirma ‘ Cassen Eils.

THB // PP

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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