FTI-Schiff der Naval Group für die französische Marine.

Französische Marine vertraut in Rolls-Royce MTU-Motoren

Rolls-Royce meldet den ersten Auftrag für die neuen Sechzehnzylinder-Motoren der MTU-Baureihe 8000: Der französische Schiffbau-Konzern Naval Group hat insgesamt 20 Motoren des Typs 16V 8000 M91L mit je einer Leistung von 8.000 KW bestellt. Sie sollen in fünf neuen Fregatten des Typs FTI (Frégates de taille intermédiaire – Fregatten mittlerer Größe) ab 2023 bei der französischen Marine zum Einsatz kommen. Die Auslieferung der Motoren soll Ende 2020 beginnen und bis 2027 abgeschlossen werden.

Knut Müller, Leiter des Marine- und Behördengeschäfts bei MTU, sagt: „Wir sind stolz, dass wir unsere Partner Naval Group und die französische Marine von den Vorzügen unserer neuen Motorvariante überzeugen konnten und dass wir mit unseren Motoren diese vollkommen neu entwickelten und zukunftsweisenden Schiffe antreiben dürfen.“

16V-Motor der Baureihe 8000. © Rolls Royce Power System

16V-Motor der Baureihe 8000. © Rolls Royce Power System

Mit dem 16V-Motor der Baureihe 8000 hat MTU sein vielfach bewährtes Portfolio an sehr leistungsstarken Marine-Motoren erweitert und abgerundet. Die Baureihe 8000 umfasst nun den Leistungsbereich von 7.200 bis 10.000 KW. Der 16V-8000-Motor zeichnet sich, wie auch die 20-Zylinderversion, durch niedrige Gesamtbetriebskosten, eine hohe Leistungsdichte und Umweltfreundlichkeit aus. Der Motor erfüllt die Grenzwerte der Emissionsrichtlinien IMO Tier II sowie EPA Tier II und kann je nach Bedarf auch weitere Vorgaben erreichen.

Das American Bureau of Shipping (ABS) hat allen Motorvarianten der Baureihe 8000 das Naval Vessel Rules (NVR)-Zertifikat erteilt. Damit gehören sie zu den ersten ABS-zertifizierten modernen Motoren in dieser Leistungsklasse. Ein wichtiges Kriterium für den Zuschlag beim FTI-Projekt war auch der sehr geringe Körperschall des Motors, den MTU bereits an einem Versuchsmotor nachgewiesen hat.

In den FTI-Schiffen werden je vier 16V-8000-Motoren in einer kombinierten Diesel-und-Diesel-Antriebsanlage (CODAD) für den Antrieb sorgen. Bei diesem Antrieb werden je zwei Dieselmotoren auf eine der beiden Antriebswellen geschaltet. Die Antriebsanlage leistet insgesamt 32 MW und kann die Fregatten auf bis zu 27 Knoten beschleunigen. Die Reichweite der Schiffe soll bis zu 5.000 Seemeilen betragen.

Die gänzlich neu entwickelten Schiffe sind rund 122 Meter lang und haben eine Verdrängung von 4.250 Tonnen. Dank ihres modularen Aufbaus sollen sie in der Lage sein, verschiedenste Rollen zu übernehmen. Dazu gehören die Abwehr von Bedrohungen durch andere Schiffe, U-Boote und Flugzeuge. Die digitalen Systeme an Bord sind gegen Cyber-Angriffe jeder Art geschützt. Die FTI-Fregatten sind von Beginn an auch für den Export konzipiert. Die Export-Version vermarktet Naval Group unter dem Namen Belh@rra, wobei die ungewöhnliche Schreibweise ein Hinweis auf die in dem Projekt eingesetzte digitale Technologie ist.

Die fünf neuen Fregatten sollen bis 2030 in Dienst gehen und gemeinsam mit den acht etwas größeren FREMM-Fregatten der Aquitaine-Klasse das Rückgrat der französischen Seestreitkräfte bilden. Auch die französischen FREMM-Fregatten sind mit MTU-Motoren ausgestattet: Jeweils vier Motoren des Typs 16V 4000 M63L sorgen für Bordstrom und treiben die Schiffe gemeinsam mit einer Gasturbine an.

MTU verbindet seit mehr als 20 Jahren eine enge Partnerschaft mit Naval Group (bis 2017: DCNS). Weltweit sind rund 30 von Naval Group gebaute Schiffe und U-Boote mit MTU-Motoren im Einsatz. Ein aktuelles Projekt sind vier Gowind-Korvetten für die ägyptische Marine: Das erste dieser von zwei 20V-8000-Motoren angetriebenen Schiffe wurde im September 2017 in Dienst gestellt.