Müllstrudel, ein sogenannter Garbage Patch, im Pazifischen Ozean

Die globale Herausforderung Meeresverschmutzung gemeinsam lösen

Meeresmüll: Strenge Regeln aus der Seeschifffahrt auch an Land benötigt

Die Verschmutzung der Meere, vor allem durch Plastikmüll, zu verhindern, ist eine globale Herausforderung. Die Seeschifffahrt hat sich dieser angenommen und unterliegt mittlerweile strengen und weltweit gültigen Vorschriften über den Umgang mit Abfällen an Bord. Seitdem ist der Eintrag von Meeresmüll durch Handels- und Kreuzfahrtschiffe stark zurückgegangen. Allerdings fehlen in vielen Häfen noch geeignete Annahmestellen mit einheitlichen und wirksamen Vorschriften. Der VDR begrüßt daher die Maßnahmen der Europäischen Kommission, die EU-Hafenauffangrichtlinie zu überarbeiten. Leider sind die hauptsächlichen Verursacher des Meeresmülls – alte und abgerissene Netze aus der Fischerei (10%) und landseitige Mülleinträge (80% des gesamten Meeresmülls) – noch zu wenig reguliert.

Tag der Meere der Vereinten Nationen am 8. Juni 

Anlässlich des Tags der Meere (World Ocean Day) der Vereinten Nationen am 8. Juni forderte der Verband Deutscher Reeder (VDR) erneut verbindliche Standards für die Trennung und Entsorgung von Müll über die Handelsschifffahrt hinaus.

Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR, sagte dazu: „Das Meer darf keine Müllkippe sein, vor allem nicht für langlebige Kunststoffe und Mikroplastik. Die Seeschifffahrt hat ihre Hausaufgaben zum Schutz der Meere gemacht. Strenge und weltweit gültige Vorschriften verbieten mittlerweile ausnahmslos, dass Plastik und anderer umweltgefährdender Müll über Bord geworfen wird. Wer dagegen verstößt, wird mit hohen Bußgeldern bestraft. Dass der von unseren Seeleuten an Bord nach Vorschrift getrennte Müll in einigen Häfen wieder in eine Tonne gekippt wird, ist absurd und für die Schiffsbesatzung nicht nachvollziehbar.“

Die internationale MARPOL-Konvention regelt unter anderem, dass Abfälle auf jedem Handels- und Kreuzfahrtschiff getrennt werden müssen. Plastikmüll darf ausschließlich in den Häfen entsorgt werden. Jede Schiffsbesatzung führt ein Mülltagebuch über die angefallene Abfallmenge. Es kann jederzeit bei den staatlichen Kontrollen im Hafen überprüft und bei Verstößen mit Bußgeldern geahndet werden.

Die Europäische Union überarbeitet derzeit die EU-Hafenauffangrichtlinie. Nach Inkrafttreten sollen alle EU-Mitgliedstaaten Vorgaben zur Mülltrennung- und Entsorgung in ihren Häfen aus dem Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) übernehmen.

Ralf Nagel: „Die neuen Vorgaben zur Mülltrennung und fachgerechten Entsorgung an Land begrüßen wir sehr. Auch ist es sinnvoll, dass die Kosten für die Müllentsorgung in allen europäischen Häfen Teil der regulären Hafengebühren werden und keine Extrakosten für die Reedereien mehr entstehen. Wir wünschen uns auch an Land eine strenge Kontrolle zur Mülltrennung und Entsorgung. Vor allem Plastikmüll, den Handelsschiffe ausschließlich an Land entsorgen, darf nicht über die Flüsse und Mülldeponien an der Küste ins Meer gelangen.“

Auch von Fischereiflotten, die nicht unter das strenge MARPOL-Regime fallen, gerät immer wieder Plastikmüll in Form von Nylonnetzen und Fanggeschirr ins Meer. Nagel: „Die Meeresumwelt zu schützen, ist zentrale Aufgabe für alle, die das Meer als Wasserstraße, für den Tourismus oder zur Gewinnung von Rohstoffen und für die Fischerei nutzen.“