Brunsbüttel Ports

Brunsbüttel LNG-Projekt startet mit EPC-Prozess

Wird der Brunsbüttel LNG-Terminal gebaut oder nicht?

Wieder einmal macht die sogenannte und selbsternannte Deutsche Umwelthilfe, DUH, in ihrer so eigenen populistischen Art und Weise, von sich reden: In einer Presseveröffentlichung der Lübecker Nachrichten, LNONLINE, vom 28. Mai 2019, heißt es: „…wird durch ein am Dienstag in Berlin vorgestelltes Rechtsgutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verschärft“. Die Berliner Anwältin Cornelia Ziehm gelangte in ihrem Gutachten zu dem Schluss, dass das Millionen-Projekt für den Import von verflüssigtem Erdgas (liquefied natural gas, LNG) „nicht genehmigungsfähig“ sei.

Kann man davon ausgehen, dass die Anwältin weiß von was sie redet? Erhebliche Zweifel sind angesagt! Klar, dass die Schleswig-Holsteinische Regierung mit dem Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), sowie dem Investor – German LNG Terminal GmbH – vehement widersprachen.

Wussten Sie dass die DUH nicht der journalistischen Sorgfaltspflicht unterliegt?

Als Anregung sollte die Anwältin mal die norwegischen LNG-Terminals besuchen. Im südnorwegischen Halhjem, nur ein Beispiel von vielen, wurden am Fähranleger zwei 500 m3 große LNG-Tanks in unmittelbarer Nähe, keine 40 Meter von den nächsten Wohnhäusern, installiert. Gab es Einwände? Natürlich nicht – man sieht es eben viel pragmatischer. Gab es Unregelmäßigkeiten? Natürlich nicht. Und wie sehen die Erfahrungen der weit über 150 mit Erdgas betriebenen Schiffe aus, die seit rund 50 Jahren auf den Weltmeeren fahren? Natürlich äußerst positiv – nicht eine Unregelmäßigkeit ist bekannt.

Und so kann man der Schleswig-Holsteinischen Regierung zu ihrem Vorstoß in Sachen LNG-Terminal in Brunsbüttel nur raten: Macht weiter. Wir benötigen in Deutschland dringend LNG-Terminals! Unsere westlichen und nördlichen Nachbarn sind entschieden entscheidungsfreudiger und trotzdem kommt der Umweltschutz bei Weitem nicht zu kurz.

Der Übergang zu einer klimaneutralen Zukunft erfolgt nicht über Nacht, weshalb jeder Schritt wichtig ist. In Zukunft kann die gleiche Gasinfrastruktur genutzt werden, um auf die Nutzung von Flüssigbiogas (LBG) umzusteigen, was die Emissionen weiter reduzieren wird.

Doch der DUH reicht das allerdings nicht. Als „Ultima Ratio“ werde die Organisation gegen den Planfeststellungsbeschluss vor Gericht ziehen, kündigte Constantin Zerger an – aber wie gesagt: Populismus ist in!

Der EPC-Prozess

Die deutsche LNG Terminal GmbH, das Joint Venture hinter dem LNG-Terminalprojekt in Brunsbüttel, Norddeutschland, wird noch in diesem Monat mit der Präqualifizierung des EPC (Engineering, Procurement and Construction = Engineering, Beschaffung & Konstruktion) beginnen.

Potenzielle EPC-Auftragnehmer, die ihr Interesse bekunden, am oder vor dem 1. Juli 2019 an dem Projekt teilzunehmen, erhalten ein Präqualifizierungspaket. Verbindliche (Pauschal-)Angebote müssen von August bis Oktober 2019 von präqualifizierten Bietern vorbereitet und eingereicht werden.

Der/die Gewinner der Bieter werden im ersten Quartal 2020 bekannt gegeben, gefolgt von einer vorzeitigen (oder begrenzten) Bekanntmachung, um mit den geplanten frühen Aktivitäten zu beginnen.

Schlüsselerfahrungen

Die German LNG Terminal GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der niederländischen Unternehmen Vopak und Gasunie sowie des deutschen Unternehmens Oiltanking, das zur Marquard & Bahls AG gehört. Sie bündeln Kompetenzen in den Bereichen Gas- und LNG-Speicherung und -Handling, Pipeline- und Terminalbetrieb sowie das feste Bekenntnis zum Bau des ersten deutschen LNG-Terminals.

Vopak und Gasunie haben bereits erfolgreich zusammengearbeitet, um den GATE-Terminal in Rotterdam zu bauen und zu betreiben. Das Gemeinschaftsunternehmen plant den Bau, den Besitz und den unabhängigen Betrieb eines kombinierten Import- und Vertriebs-LNG-Terminals in Brunsbüttel, Norddeutschland.

Das Geschäftsmodell des Terminals zeichnet sich durch die Bereitstellung von Mehrzweckdiensten sowie den offenen Zugang zu Terminalkapazitäten aus.

Brunsbüttel profitiert von mehreren Vorteilen:

a) seine Lage an der Nordsee entlang der Elbe und in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals und damit seinen einfachen Zugang zu den Märkten in Nordwesteuropa, Skandinavien und dem Baltikum;

b) seine unmittelbare Nähe zum Hamburger Hafen mit entsprechendem LNG-Bunkerpotenzial;

c) seinen Standort innerhalb des ChemCoast Parks, zu dem auch Industriekunden mit hohem Energiebedarf gehören; und

d) starke Unterstützung der lokalen und regionalen Regierung.