Thyssenkrupp investiert viel Geld in seine U-Boot-Werft

Die ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) spürt eine Besserung bei der Auftragslage. Der Konzern will deshalb 250 Millionen Euro in den Ausbau der U-Boot-Werft in Kiel investieren. „Ziel ist es, den Werftstandort zum internationalen Kompetenzzentrum für den konventionellen U-Boot-Bau weiter zu entwickeln“, erklärte TKMS-Chef Rolf Wirtz anlässlich des Medientages am 04. November in Kiel. „Unser Anspruch ist, Europas modernstes Marineunternehmen zu sein, zudem werde die Zukunftsfähigkeit der maritimen Industrie deutlich“.

Dank der guten Auftragsentwicklung sollen bis Ende 2020 unternehmensweit rund 500 neue Mitarbeiter eingestellt werden, der Großteil davon in Kiel. Von den rund 6.000 Beschäftigten bei TKMS sind etwa 2.800 in Kiel tätig. Es ist ein starkes Zeichen nach schwierigen Zeiten zuletzt. Auch die Marinesparte hat seit Langem mit Problemen zu kämpfen. Dank des avisierten Verkaufs der Aufzugssparte stehen künftig aber wieder Mittel bereit, um zu investieren – dass die Auftragslage dies zulässt, ist umso wichtiger.

Berichten, Thyssenkrupp wolle die Sparte TkMS verkaufen, trat Wirtz entgegen: “Thyssenkrupp Marine Systems steht nicht zum Verkauf.” Kritisch äußerte sich Wirtz zu politischen Vorgaben für Exporte. Man teile mit vielen “…die tiefe Sorge, dass die andauernden Diskussionen über die Ausgestaltung von Verteidigungsetats und Rüstungsexporten richtungsweisende Marine-Projekte nachhaltig negativ beeinflussen”. Die Branche benötige auch künftig Exportunterstützung durch die deutsche Regierung und einheitliche europäische Rahmenbedingungen.

Die Voraussetzungen, um den Marineschiffbau als Schlüsseltechnologie in Deutschland auf Dauer zu erhalten, sind laut Wirtz Aufträge aus Deutschland – wie der Marineauftrag zum Bau des Mehrzweckkampfschiffes 180 (MKS180). Im Rennen um MKS180 sind noch die Damen Shipyards Group in den Niederlanden mit Aufträgen für die Bremer Lürssen Werftengruppe und German Naval Yards in Kiel mit TKMS als Subunternehmer.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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