Ein CMA CGN-Containerschiff bunkert Biokraftstoff

CO2-Reduzierung? Eine Frage des Kraftstoffes…

Erfolgreiche Erprobung von Biokraftstoff

Ein erster Biokraftstoffversuch an Bord eines modernen Containerschiffs, das auf der wichtigen Handelsroute Nordeuropa-Asien verkehrt, hat vielversprechende Ergebnisse erbracht und möglicherweise die Grundlage für die Dekarbonisierung der Schifffahrt gelegt.

Die Partner der Studie, IKEA Transport & Logistics Services, CMA CGM und das GoodShipping-Programm, haben den erfolgreichen Abschluss des Biokraftstoff-Testprogramms 2019 auf Schiffen von CMA CGM bekannt gegeben. Während der Nordeuropa-Asien-Reise von CMA CGM ALEXANDER VON HUMBOLDT, die im September und Oktober 2019 stattfand, wurden positive Tests mit schwerem Heizöl-Äquivalent (HFO) und Biokraftstoff (GoodFuels BFO) durchgeführt.

Die jüngste Entwicklung folgt der weltweit ersten Betankung eines Containerschiffes mit nachhaltigem Biokraftstoff im März 2019, als die CMA CGM WHITE SHARK während einer Hafenliegezeit in Rotterdam Biokraftstoff bunkerte.

Im Rahmen des Versuchs wurde nachhaltiger Biokraftstoff in einer Mischung mit konventionellen, fossilen Schiffskraftstoffen verwendet. Nach Angaben der Partner zeigten beide Anwendungen des Bio-Kraftstofföls ein positives Ergebnis, das die technische Kompatibilität nachhaltiger Schiffs-Biokraftstoffe beweist.

Der von CMA CGM in beiden Schiffen getestete Bio-Kraftstoff wurde von der Biokraftstofffirma GoodFuels geliefert und ist der erste HFO-äquivalente Biokraftstoff überhaupt. Alle nachhaltigen Schiffskraftstoffe von GoodFuels sind praktisch SOx-frei und liefern eine 80-90%ige CO2-Reduktion bis zum Propeller im Vergleich zu fossilen Äquivalenten.

(Anm.d.Red.: Biokraftstoffe sind eine Form der Biomasse. Es handelt sich um meist flüssige, manchmal auch gasförmige Kraftstoffe. Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe sind nachwachsende Rohstoffe wie Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrüben oder -rohr, Wald- und Restholz, Holz aus Schnellwuchsplantagen, spezielle Energiepflanzen und tierische Abfälle. Bis 2050 will die Europäische Union die Emissionen von Treibhausgasen um 80 bis 95 % gegenüber 1990 reduzieren, wobei mindestens 40 % der Reduktion bis 2030 erreicht werden müssen.)

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Schifffahrtsindustrie zunehmend auf eine Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit und auf eine Dekarbonisierung hin untersucht wird. Dank seiner Skalierbarkeit kann Biokraftstoff Schiffseignern und -betreibern helfen, die künftigen Vorschriften zur Kohlenstoffreduzierung bis 2030 und 2050 zu erfüllen. Die Versuche wurden aufgrund der Teilnahme von IKEA Transport & Logistics Services am GoodShipping-Programm, der weltweit ersten Dekarbonisierungsinitiative für Reedereien, erreicht.

“Wir freuen uns, dass dieser Pilotversuch erfolgreich war und sich der Einsatz von fortschrittlichem Bio-Treibstoff auf Seeschiffen als möglich erwiesen hat”, sagte Elisabeth Munck von Rosenschöld, Leiterin der Nachhaltigkeit, IKEA Global Transport & Logistics Services. “Nur in Zusammenarbeit und Partnerschaften zwischen den wichtigsten Akteuren – einschließlich Schiffsbetreibern und Logistikunternehmen – können wir echte Veränderungen in schnellem Tempo erreichen. Wir brauchen ein breit gefächertes Portfolio an Lösungen, um unsere ehrgeizigen Emissionsreduktionsziele zu erreichen – und Biokraftstoffe für die Schifffahrt sind ein wichtiger Teil des Puzzles, das sich für unsere Branche in Zukunft ergibt“.

Dirk Kronemeijer, CEO, The GoodShipping Program, kommentierte: „Der Erfolg dieses Testprogramms mit IKEA und CMA CGM ist ein weiterer Beweis für die wichtige Rolle, die Bio-Kraftstoffe im Schiffs-Kraftstoffmix spielen werden, und beweist, dass es bereits Initiativen auf dem Markt gibt, mit denen Reedereien ihre Dekarbonisierungsziele verwirklichen können. Das GoodShipping-Programm hat sich verpflichtet, mehr Reedereien dabei zu unterstützen, das Potenzial dieser direkten Dekarbonisierungsoption in naher Zukunft zu erschließen, da unser Sektor seine Bemühungen um die Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes weiter etabliert und annimmt.“