Portrait Alfred Hartmann, Präsident des Verbands Deutscher Reeder.

Alfred Hartmann, Präsident VDR, kommentiert Norwegens Wasserstoff-Strategie

„Es ist gut, wenn sich hier etwas bewegt. Wir werden gespannt auf die Ergebnisse aus Norwegen schauen. Denn wir brauchen in der Schifffahrt, um den Brennstoff der Zukunft zu finden, nicht weniger als eine technologische Revolution. Wie Sie wissen, erfordern die IMO-Klimaschutz-Ziele den Einsatz neuer, möglichst kohlenstofffreier Treibstoffe, Technologien sowie Antriebssysteme.“  

„Wir sind für Deutschland zurückhaltend optimistisch, denn um Wasserstoff herzustellen, benötigt man sehr viel Energie. So genannter „grüner Wasserstoff“, also aus umweltfreundlichen Energien produziert, bildet aber ohne Frage eine der möglichen Grundlagen für die zukünftige Erzeugung klimaneutraler Brennstoffe wie synthetischem Flüssiggas, Ammoniak oder Methanol. Mit dem Einsatz von Brennstoffzellen gäbe es die Möglichkeit saubere Energieumwandlungen z.B. auch für grünen Landstrom und Umschlagslogistik im Hafen oder für kleinere, küstennahe Fahrzeuge. Gerade für die „Kurzstrecke“ ist das eine Zukunftsoption. 

„Der VDR verfolgt Forschungsvorhaben zur Erzeugung von synthetischem Methanol und Flüssiggas also mit großem Interesse, da diese zukünftigen Brennstoffe eben auch die Schifffahrt bei dem Erreichen der Klimaziele unterstützen. Solche Treibstoffe sind bislang allerdings nicht in ausreichendem Maß für große Handelsschiffe im Verkehr auf den Weltmeeren vorhanden und einsatzfähig.“ 

„Was auch immer der Brennstoff der Zukunft wird: Die Entwicklung solch neuer Treibstoffe muss jetzt Priorität haben. Auch dafür haben wir als Schifffahrt weltweit kürzlich den Anstoß zu einem von der Schifffahrt finanzierten Forschungsfonds gegeben.“