Analyse des Wasserstoff-Wärmeträgeröls

MAN ES setzt auf flüssige Wasserstoffspeicherung

Wasserstoff kann wie Erdgas zusammengepresst unter hohem Druck oder in flüssiger Form gespeichert werden. Druckspeicher gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von zehn Liter fassenden Gasflaschen bis hin zu Großspeichern mit 100.000 Kubikmetern. Man unterscheidet grundsätzlich drei unterschiedliche Speicherungsmöglichkeiten von Wasserstoff: gasförmig in Druckbehältern, flüssig in vakuumisolierten Behältern und als Einlagerung in Metallen auf molekularer Ebene.

MAN Energy Solutions will ein neuartiges Speichersystem für Wasserstoff entwickeln, dass eine Trägerflüssigkeit nutzt.

Gemeinsam mit der Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, Erlangen, und dem Anlagenbauer Frames Group, Niederlande, will die MAN Energy Solutions Wasserstoffspeichersysteme auf Basis der LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier) entwickeln und bauen. Wie das Augsburger Unternehmen mitteilte, sei in den letzten Monaten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet worden.

Die von Hydrogenious LOHC entwickelte Technik nutzt Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur. Darüber hinaus wird ein gegenüber herkömmlichen Druckbehältern um das Dreifache erhöhtes Ladevolumen ermöglicht. Die LOHCTechnologie bietet so eine sichere und effiziente Lösung für die großtechnische Speicherung und Verteilung von Wasserstoff.

Die Partner zielen mit ihrem Angebot auf einen sich entwickelnden industriellen Bedarf an großen Mengen vor allem grün erzeugten Wasserstoffs und haben in einem ersten Schritt Anlagenkonzepte mit einer Kapazität von täglich fünf und 12 Tonnen Wasserstoff entwickelt. Industriell skalierte Kapazitäten für die Verarbeitung von Wasserstoff werden auch bei der Dekarbonisierung des europäischen Energiebedarfs eine zentrale Rolle spielen.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass eine zukünftige, klimaneutrale Weltwirtschaft maßgeblich auf der Nutzung von grünem Wasserstoff und anderen Gasen aus erneuerbaren (*) Energien basieren wird“, erklärt Dr. Uwe Lauber, CEO von MAN Energy Solutions. „Wasserstoff wird eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung all jener Sektoren spielen, die nicht direkt elektrifiziert werden können, wie etwa die Schifffahrt. Die LOHC-Technologie ist eine wegweisende und leistungsstarke Innovation und diese Partnerschaft ein wichtiger weiterer Baustein in unserer Wasserstoff-Wertschöpfungskette.“ 

Anmerkung der Redaktion: Bei allem Respekt vor dem CEO vom MAN ES: Aber er sollte eigentlich wissen, dass man Energie nicht erneuern kann! So heißt es im Energieerhaltungssatz von Hermann von Helmholtz (1821-1894): „Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden. Sie kann nur von einer Form in andere Formen umgewandelt oder von einem Körper auf andere Körper übertragen werden“

„Wir freuen uns sehr, dass wir für diese Zusammenarbeit so bedeutende Akteure aus dem Anlagenbau gewinnen konnten“, ergänzt Daniel Teichmann, CEO von Hydrogenious LOHC Technologies. „Da unsere Technologie die vorhandene Infrastruktur für konventionelle Kraftstoffe nutzt, macht sie den Import und Transport großer Mengen von grünem Wasserstoff möglich, beispielsweise aus skandinavischen Windparks. Diese Partnerschaft kann dazu beitragen, ein effizientes Transportnetz für grüne Energie auf europäischer und globaler Ebene zu schaffen.“

„Wir erwarten einen wachsenden Bedarf an grünen Kraftstoffen und investieren daher in die Entwicklung von Wasserstofflösungen. Wasserstoff wird sich zu einer der Gelenkstellen der Energiewende entwickeln“, kommentiert Frans Roozendaal, CEO von Frames. „Bei Frames setzen wir Prozess- und Steuerungskonzepte in mobile Lösungen um. Wir kommen aus der Öl- und Gasindustrie, bauen aber unser Geschäft mit erneuerbaren (*) Energien stetig aus.“

Anmerkung der Redaktion: Das zählt natürlich auch für den CEO von Frames! Siehe hierzu auch: Energieerhaltung

Als Entwickler der LOHC-Technologie bringt Hydrogenious LOHC Technologies sein Know-how dieses Kernprozesses in die Partnerschaft ein. Frames Energy Systems baut erneuerbare (!) Energie, Öl- und Gasverarbeitungsanlagen und ist für die Realisierung der Wasserstoff-Hydrierungsanlage verantwortlich. MAN ES komplettiert das Konsortium mit seiner Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Reaktorsystemen für chemische und petrochemische Anwendungen. Das Unternehmen wird den Reaktor und die dazugehörige Dampferzeugeranlage für die Projekte liefern.