„Mein berufliches Leben ist geprägt von meinem Engagement im Bereich der Abgasreinigung“

Klaus Bärnthaler, Vice President „Marine Solutions“ ANDRITZ
Klaus Bärnthaler, Vice President „Marine Solutions“ ANDRITZ

Der heute 56-jährige promovierte Verfahrenstechniker (Technische Universität Graz) Klaus Bärnthaler, leitet seit Anfang 2019 als Vice President die Produktgruppe „Marine Solutions“ innerhalb der Division Air Pollution Control des internationalen Technologiekonzerns ANDRITZ. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 28.400 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Graz, Österreich. Nach eigenen Aussagen ist ANDRITZ ein weltweit führender Anbieter von Anlagen, Ausrüstungen, Systemen und Serviceleistungen für viele verschiedene Industriezweige im öffentlichen, kommunalen und privaten Bereich. Wie das Unternehmen berichtet, werden seit mehr als 35 Jahren erfolgreich Anlagen zur Nass- und Trockenabscheidung von Schwefeloxid (SOx), Stickoxid (NOx), Partikeln und anderen Luftschadstoffen aus Abgasen von Kraftwerken, Industrieanlagen und Verbrennungsmotoren geliefert.

Als vielseitig interessierter Mensch betätigt sich Dr. Bärnthaler, neben der Optimierung von Abgasreinigungsanlagen, insbesondere sportlich: Schitouren, Schifahren; Radfahren; Laufen und Reisen gehören zu seinen Leidenschaften.

10 Fragen an Dr. Klaus Bärnthaler:

1. Was hat Sie dazu bewogen sich für Ihre jetzige Tätigkeit zu entscheiden

Das Interesse und die Leidenschaft für Umwelttechnik im Allgemeinen und die Abgasreinigung im Besonderen haben mein berufliches Leben seit 1992 geprägt. Es motiviert mich, etwas zu tun was einen nachhaltigen und positives Einfluss auf die Umwelt hat.

Der Anlagenbau ist ein interessantes, abwechslungsreiches und herausforderndes Aufgabengebiet. Vom ersten Konzept über die technische Umsetzung, der Abstimmung mit Kunden und Lieferanten bis zur Inbetriebnahme ist darin alles enthalten. Diesen Prozess in einer verantwortungsvollen Führungsposition mitzugestalten ist eine Herausforderung, welcher ich mich gerne stelle.

Insbesondere mein Interesse an Neuem und die Umsetzung von strategischen Entwicklungsmöglichkeiten macht diese Tätigkeit so interessant. Vor circa drei Jahren haben wir erkannt, dass unser bisheriges Know-how und die umfassende Erfahrung im Bau von Abgasreinigungsanlagen auch in der Schiffsbranche perfekt anwendbar sind, und mit der Unterstützung engagierter Kollegen ist es uns nun gelungen, in dieser Branche Fuß zu fassen.

2. Welche Fähigkeiten braucht man dafür?

Im Wesentlichen muss man ein Team aufbauen und die Rahmenbedingungen schaffen, damit dieses motiviert arbeiten kann, Es gilt Chancen und Risiken zu erkennen und richtig abzuwägen, und die Tätigkeit auf gesetzte Ziele zu fokussieren. Wichtig ist es auch dort Unterstützung zu suchen wo die eigene Expertise fehlt. So hatten wir anfangs wenig Bezugspunkte zur maritimen Industrie und arbeiten nun mit unterschiedlichen Partnern zusammen. Wichtig sind natürlich auch Durchhaltevermögen und Engagement.

3. Was motiviert Sie?

Eine abwechslungsreiche Aufgabe und dabei Neues zu lernen. Ich schätze es auch sehr, global tätig zu sein und mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen. Erfolge – auch die kleinen – sehen und feiern. Und mit ANDRITZ in der maritimen Industrie erfolgreich zu sein.

4. Mit welcher Persönlichkeit möchten Sie sich gern mal unterhalten?

Mit Nelson Mandela, wobei das leider nicht mehr möglich ist oder mit Steve Jobs. Zwei ganz unterschiedliche Charaktere, die für ihre Ideen brannten.

5. Womit hatten Sie den größten Erfolg?

Es gibt nicht den einen großen Erfolg im Berufsleben. Es gab viele Ups aber auch manche Downs in meiner beruflichen Laufbahn. Zu den Ups gehören u.a.: Die technologische Führerschaft bei Nasswäschern; der erfolgreiche Einstieg ins Turnkey Geschäft für Rauchgasentschwefelungsanlagen im Kraftwerkbereich als verantwortlicher Bereichsleiter; die Entwicklung des globalen Geschäfts (Südamerika, Asien), sowie der Aufbau des indischen Markts. Und natürlich der Verkauf der ersten Exhaust Gas Cleaning Anlage für Schiffe. Mit dieser Trockentechnologie für die Reederei La Meridonale einen Schritt weiter als der Wettbewerb zu sein, ist ein großer Erfolg

6. Was möchten Sie in Ihrem Arbeitsleben noch erreichen?

Ich möchte ANDRITZ als verlässlichen und anerkannten Lieferanten für „High Quality“ Exhaust Gas Cleaning Plants in der maritimen Industrie etablieren und diesen Geschäftsbereich in den nächsten Jahren technisch und kommerziell erfolgreich führen, und dann gerne noch neue und weitere interessante Herausforderungen  angehen.

7. Welches Geschehen hat Sie unlängst besonders beeindruckt?

Da gibt es zurzeit wohl nur ein Thema – die Corona-Krise.

8. Wenn Sie zwei Wünsche (mit unbegrenztem Kapital) frei hätten – was würden Sie sich wünschen?

Meine persönlichen zwei Wünsche wären die Sicherung der ökologischen Zukunft des Planeten (Stichwort: global warming) und Investitionen in die Wirtschaft, um die Auswirkungen der Corona-Krise weltweit, aber v.a. in den Entwicklungsländern, abzumildern.

9. Was sind die zukünftigen Herausforderungen in ihrem derzeitigen Tätigkeitsbereich?

Für meinen Verantwortungsbereich liegen die Herausforderung im Aufbau eines Kunden- und Partnernetzwerks in der maritimen Industrie und in der Etablierung von ANDRITZ als verlässlichen Partner und Lieferanten in diesem Bereich. Die technischen und technologischen Herausforderungen, die sich stellen sind im Sinne des höchsten Nutzens für den Kunde zu meistern. Bei all dem dürfen wir die aktuelle COVID-19-Krise nicht aus den Augen verlieren, um entsprechend flexibel auf die noch nicht abschätzbaren Auswirkungen zu reagieren.

10. Womit / wobei entspannt sich Dr. Bärnthaler?

Bei einer schönen und ausgedehnten Schitour in der österreichischen Bergwelt nach einer anstrengenden Arbeitswoche oder bei einer Rennrad-Tour in der näheren und ferneren Umgebung. Und wenn es wieder möglich ist, mit einer Fernreise, um fremde Kulturen kennen zu lernen.

Herr Dr. Bärnthaler wir danken für das Gespräch