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Dong Energy baut weltgrößten Offshore-Windpark in der Irischen See

Der dänische Energieversorger Dong Energy hat die finale Investitionsentscheidung zum Bau des 660 MW-Offshorewindparks Walney Extension in der Irischen See getroffen, dem weltweit größten und leistungsstärksten Offshore-Windpark.

Karte von dem Offshore-Projekt Walney-Extension
Offshore-Projekt Walney-Extension. © Dong Energy

Der Windpark aus den Teilen „East“ und „West“ soll etwa 19 km westlich der britischen Küste zwischen Barrow-in-Furness und der Isle of Man entstehen. Das gesamte Projekt besteht derzeit aus den beiden Teilflächen Walney 1 und Walney 2. Die im Februar 2012 eröffneten Teilflächen wurden jeweils 51 Windenergieanlagen von Siemens mit einer Leistung von je 3,6 MW installiert, die Gesamtleistung der beiden Parks beträgt 367,2 MW.

Mit seinen 660 MW wird das Projekt Walney Extension den bisherigen, ebenfalls von Dong Energy realisierten Spitzenreiter London Array mit 630 MW überragen. Nach derzeitigen Planungen soll Walney Extension 2018 in Betrieb gehen, wobei der Betreiber für den produzierten Strom über 15 Jahre eine fixe Vergütung nach dem britischen Förderregime erhält.

Samuel Leupold, Executive Vice President bei Dong Energy, erklärte kürzlich, dass Walney Extension ausreichend Strom für über 460,000 britische Haushalte liefern wird. Er zeigte sich sehr erfreut, dass nun der Bau dieses Mega-Projektes gestartet wird. Durch diesen Windpark werde man bei Dong dem strategischen Ziel, bis zum Jahr 2020 Offshore-Windparks mit einer Kapazität von 6.500 MW installiert zu haben, einen großen Schritt näher kommen.

Vestas und Siemens als Lieferanten bestimmt

Dong Energy wird die 87 benötigten Windenergieanlagen nicht bei nur bei einem Windenergieanlagen-Hersteller, sondern bei den beiden führenden Produzenten, der dänischen Vestas als auch bei Siemens beziehen. So wird Vestas Offshore 40 Turbinen der 8-MW-Klasse für den westlichen Teil des Windparks liefern, und von Siemens kommen im östlichen Teil 47 Turbinen der 7-MW-Klasse zum Einsatz.

Luftaufnahme 7-MW-Anlage von Siemens für Offshore-Windpark.
7-MW-Anlage für Offshore-Windpark. © Siemens

Siemens übernimmt dabei die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme der getriebelosen Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 154 Metern. Der Auftrag ist Teil des Rahmenabkommens zwischen Dong Energy und Siemens aus dem Jahr 2012. Siemens und Dong Energy werden gemeinsam den Service der Anlagen für einen Zeitraum von fünf Jahren übernehmen.

Das ist der erste Auftrag für die innovative Sieben-Megawatt-Windturbine von Siemens“, sagte Michael Hannibal, CEO Offshore der Siemens Division Wind Power and Renewables. „Erst im März 2015 haben wir diese verbesserte Version unseres bewährten Sechs-Megawatt-Modells im Markt vorgestellt. Unsere 7-MW-Turbine wird den Energieertrag des Offshore-Windparks erhöhen und einen erheblichen Beitrag leisten, um die Kosten von Offshore-Windstrom zu senken.“

Vestas hat nun erneut von Dong Energy einen Liefervertrag für die Neuentwicklung der Turbine V164-8MW erhalten, nachdem im Dezember 2014 die erste Anlage dieses neuen Typs bestellt wurde. Zuletzt hatten Dong Engery und Vestas im August 2015 einen Liefervertrag für die neueste Offshore-Windturbinenentwicklung V164-8.0MW unterzeichnet, der bislang größten Windturbine der Welt, die auch für den Windpark „Borkum Riffgrund 2“ bestimmt ist. Bislang waren die größten Offshore-Windenergieanlagen die getriebelosen 6-MW- Turbinen von Siemens. Der Windpark „Borkum Riffgrund 2“, rund 57 km vor der Küste Niedersachsens, erhält eine Leistung von 450 MW. Weitere mögliche Kunden für die V164-Windturbine sind Vattenfall für den 2020 geplanten Offshore-Windpark „Horns Rev 3“ vor der dänischen Küste sowie die beiden Konzerne Eneco Energie aus den Niederlanden und EDF Energy aus Frankreich für das Projekt „Navitus Bay“ vor der Südküste Englands.

55.000 Vestas-Windkraftanlagen wurden bislang ausgeliefert

Das weltweit tätige dänische Unternehmen Vestas Wind Systems A/S mit Sitz in Randers, gilt, nach der installierten Leistung, als weltweit größter Windkraftanlagen-Hersteller. Weltweit sind mehr als 55.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 71 GW ausgeliefert. Im Offshore-Sektor ist Vestas mit einem Anteil von rund 31 % nach Siemens der zweitgrößte Anlagenhersteller.

Luftbild vom Offshore Windpark Walney- Offshore 1
Offshore Windpark Walney- Offshore 1. © Dong Energy

Branchenführer im Bereich der Offshore-Windenergie ist Siemens, die bislang rund 3.100 Windturbinen verkauft und mehr als 1.470 Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 5 Gigawatt auf dem Meer installiert haben. Einer der wichtigsten Offshore-Märkte ist dabei Großbritannien wo allein im Windgeschäft, bei der Netzanbindung und im Service, rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Unternehmen investiert derzeit 160 Millionen Britische Pfund in eine Fertigung für Rotorblätter für die Sechs- und Sieben-Megawatt-Anlagen in der Hafenstadt Hull. Dieses neue Werk, durch das bis zu 1.000 Arbeitsplätze direkt bei Siemens in Großbritannien entstehen, soll im Jahr 2017 voll betriebsfähig sein.

Die Herstellung der neuen getriebelosen und auf Direktantrieb basierenden 7-Megawatt-Windturbine erfolgt dann unter anderem im neuen Siemens-Produktionswerk in Cuxhaven, das im Jahr 2017 in Betrieb genommen werden soll.

EEW SPC in Rostock produziert Monopiles

Schon im September wurde von Dong Engery das deutsche Unternehmen EEW Special Pipe Constructions GmbH (SPC) als Hauptlieferant für die Fundamentzulieferung für den Windpark Walney Extension beauftragt. Der Vertrag mit EEW SPC umfasst 87 so genannte Monopiles, die im Werk in Rostock produziert werden. Die bereits für das Projekt Walney 1 und 2 von EEW zugelieferten Monopiles hatten seinerzeit eine Länge von bis zu 68 m und ein Gewicht von bis zu 805 Tonnen. EEW SPC, ein Tochtergesellschaft der EEW-Gruppe, die vor allem große Stahlrohre und -komponenten für den Offshoremarkt produzieren, ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für große UP-geschweißte Rohre für den Öl- und Gasmarkt, den Hoch- und Tiefbau sowie für Offshore-Windparks. Die zum Fundament gehörigen bis zu 24 m langen und 300 t schweren Transition Pieces (TP) werden im Rahmen eines Untervertrages vom dänischen Unternehmen Bladt Industries geliefert, wobei 47 dieser „Übergangsstücke“ Bladt geliefert werden, die restlichen 40 TP liefert das britische Unternehmen Offshore Structures Ltd. (OBS).

Dong Energy ist führender Energiekonzern in Nordeuropa

Die dänische Dong Energy A/S mit Sitz in Fredericia ist einer der führenden Energiekonzerne in Nordeuropa mit einem Jahresumsatz von rund 9 Milliarden Euro. Gegründet wurde das Unternehmen vom Königreich Dänemark im Jahr 1972 als Dansk Naturgas A/S, ein Jahr später wurde der Name in Dansk Olie og Naturgas A/S und nochmals 2002 in Dong geändert. Nach einer Fusion mit weiteren Energiekonzernen entstand 2006 Dong Energy A/S. Bis 2014 hielt der dänische Staat einen Anteil von ca. 76 % an dem Unternehmen, dann wurde ein Verkauf von 19 % der Anteile an die Investmentbank Goldmann Sachs beschlossen.

Dong Energy ist Weltmarktführer bei der Planung, Bau und Betrieb von Offshore-Windparks. Seit 2011 investiert das Unternehmen auch in den Ausbau der deutschen Offshore-Windkraft. Die Aufgaben in Deutschland werden von drei Gesellschaften wahrgenommen: Dong Energy Markets GmbH, Hamburg bzw. Leipzig, der Dong Energy Sales GmbH, Hamburg und der Dong Energy Wind Power Germany GmbH, Hamburg und Norden-Norddeich.

Christian Eckardt
Redaktionsmitglied bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schifffahrt und Offshoretechnik.

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