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JASMUND unterstützt Arbeit der Ostseelotsen

Neues Lotsenversetzboot ist perfekt auf die Bedürfnisse für den Dienst in der Ostsee zugeschnitten.

Monatelang ist auf der Werft NSS Szczecin (Norwegian Shipbuilding Supplies), ein Unternehmen der Olsen Gruppen AS, nach Plänen der Lotsbetrieb GmbH Mecklenburg-Vorpommern, mit Sitz in Rostock-Warnemünde, an einem neuen Lotsenversetzboot gearbeitet worden. Das Ergebnis der Arbeit ist der hochmoderne Monohulltender JASMUND.
Das Besondere dieses Einrumpfbootes (engl. Monohull) ist, als Halbgleiter konzipiert und gebaut, dass ihr Bau sowohl auf die Bedürfnisse der Lotsenreviere in der Ostsee sowie möglichem Einsatz in der Kadetrinne abgestimmt wurde. Die Lotsbetrieb GmbH hat zusammen mit der beteiligten Werft NSS ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das den gewünschten Anforderungen des Seelotswesens nach dem neuesten Stand der Technik entspricht und ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz für Mensch und Umwelt gewährleistet. Wie der Geschäftsführer der Lotsbetrieb GmbH, Mario Hey, sagte:”… wird das Boot entlang der Mecklenburgischen Ostseeküste von Wolgast, Freest bis Timmendorf und Wismar mit Testbesuchen an unseren Einsatzorten in Wilhelmshaven und Bremerhaven” eingesetzt.
Das knapp 20 Meter lange ”Lotsentaxi” besteht aus seewasserbeständigem Aluminium. Die besondere Bauweise des Rumpfes garantiert auch bei widrigen Wetterbedingungen außergewöhnlich gute Seegangseigenschaften. Am Heck des Bootes kam eine hydraulisch zu betätigende Rettungsplattform zum Einsatz.
Die 19,25 Meter lange und 5,45 Meter breite JASMUND bietet Platz für fünf Lotsen (kann aber bei Bedarf auf bis zu zehn Lotsenplätze aufgerüstet werden) und zwei Besatzungsmitglieder. Der Neubau wurde nach Vorgaben der Lotsbetrieb GmbH als Selbstaufrichter konstruiert. Lloyds Register drückte dem Boot seinen Klassestempel auf: LR+100 A1, SSC Pilot, Mono, HSC, G2A, MCH. Das Boot ist auch in der Lage in dünnem Festeis bzw Eisbrei zu manövrieren. Die beiden VolvoPenta Sechs-Zylinderreihenmotoren des Typs D13-MH, eingestellt auf eine Leistung von 368 kW bei 1.900/min verfügen bei Bedarf über eine hohe Reserveleistung. Sie übertragen ihre Leistung über je ein TwinDisc-Getriebe MGX 5114 SC auf die beiden 4-flügeligen Schaffran Propeller und beschleunigen damit das Schiff auf über 23 kn. Die Motoren besitzen einen robusten Motorblock mit Leiterrahmen, ein Hochdruck-Pumpe-Düse-Einspritzsystem, vier Ventile pro Zylinder, einen Twin-Entry-Turbolader mit Ladedruckbegrenzer und einen Nachkühler. In ihrer Gesamtheit erfüllen sie, zusammen mit dem von Volvo entwickelten Motor Management System (EMS), die Anforderungen entsprechend der Abgasemissionsvorschriften nach IMO, EU IWW und CCNR Stufe 2. Eine integrierte Duramax Aussenhautkühlung macht das Boot unabhängig von möglichem verschmutztem bzw vereistem Seewasser. Die erforderlichen Feuerlösch- und Lenzpumpen sind an den Motoren als Nebenabtrieb angeordnet.
Hinter dem erhöhten Steuerhaus mit großzügiger Rundum-Sicht ist auf Deckshöhe der Aufenthaltsraum für bis zu maximal zehn Lotsen angeordnet. Der gesamte Aufbau wurde aus Geräuschreduzierungsgründen elastisch aufgebaut. Das Innengräusch liegt bei 90% Vollast unter 64 dB(A). Das aufwendige Heizungssystem wird durch einen 45 kW Kabola Heizkessel sichergestellt, sodaß sowohl die Raumheizung, als auch alle externen Arbeitsflächen wie Lotsenübergangspodeste, Decks, Geländer und Führungsschienen über dem Gefrierpunkt gehalten werden können. Die JASMUND verfügt über leistungsstarke LED Suchscheinwerfer (LED Hauptsuchscheinwerfer mit Fernbedienung, 150 Watt, Halogen Bugscheinwerfer 100 Watt, 2 x Xenon Suchscheinwerfer 100 Watt mit Fernbedienung) und sorgen für sicheres übersetzen der Lotsen.


Das Schiff ist mit modernster Navigations- und Kommunikationstechnik von Alphatron-Furuno ausgerüstet. Zur Überwachung der gesamten elektrischen Anlage wie z. B Ladezustand der eingebauten Lithiumbatterie oder Tankniveau oder Stromaufnahme wurde hier ein Masterbus-System (Mastervolt) installiert. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Leitungssystem zum Austausch von Daten und Energie zwischen Steuerelementen und elektrischen Systemen, wie dies in einem Computer, aber auch in Flugzeugen und immer häufiger in komplexen Maschinen und modernen Kraftfahrzeugen geschieht. Neben der erhöhten Betriebssicherheit führt dies zu einer deutlichen Gewichtseinsparung. Im Schiffsbau stellen Bus-Netze (Bus leitet sich ab von Binary Unit System) die eleganteste und sicherste Möglichkeit dar, um die Fülle von Instrumenten und ihre Steuerung zentral zu verwalten. Durch die ausgeklügelte Vernetzung der einzelnen Elektrik- und Steuerungskomponenten werden zum einen viel weniger Kabel benötigt und dadurch extrem viel Gewicht gespart, zum anderen steuert das System zuverlässig und auch automatisch alle angeschlossenen Komponenten an Bord.

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Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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