Offshore-Windkraftanlage.

Baustart für Offshore-Windpark Wikinger in der Ostsee

Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat am 17. März 2016 den offiziellen Bau des Offshore-Windparks „Wikinger“ gestartet. Der Ostsee-Windpark mit einer Gesamtinvestitionssumme von 1,4 Milliarden Euro und einer Leistung von 350 Megawatt soll nach Fertigstellung rechnerisch genügend Strom für rund 350.000 deutsche Haushalte liefern. Eigentlich hatte der Bau bereits vor einem Jahr beginnen sollen, doch erst seit Januar 2016 herrscht nach Angaben von Iberdrola Planungssicherheit.

Der Windpark „Wikinger“ bringt nach Betreiberangaben unter anderem auch positive Effekte für die regionale Wirtschaft mit sich. So wurden einige der Großaufträge an lokale Unternehmen vergeben. Bei der offiziellen Veranstaltung zum Baustart im Fährhafen Sassnitz zum Baustart, haben neben Energieminister Christian Pegel (SPD) Vertreter der lokalen Politik und Wirtschaft sowie der Hauptauftragnehmer teilgenommen.

Spezialschiff startet mit der Installation der 70 Offshore-Fundamente

Firmenschild Adwen.

Firmenschild Adwen. © Werk

Seit Anfang 2015 werden unter anderem die Komponenten für die Fundamente der Offshore-Windenergieanlagen, die vom Hersteller Adwen (ehemals AREVA Wind) kommen, gefertigt. Die Installation erfolgt mithilfe des belgischen Installationsschiffes GIANT 7 von Royal Boskalis Westminster N.V. (Boskalis), das in Rostock für seinen Einsatz mobilisiert wurde. Parallel dazu befindet sich ein Schiff aus dem nordspanischen Aviles mit den ersten 32 Fundamentkomponenten auf dem direkten Weg ins vorbereitete Baufeld.

Tanis Rey-Baltar, Iberdrolas Gesamtprojektleiter für den Windpark „Wikinger“, betont beim offiziellen Baubeginn: „Der Baubeginn ist ein wichtiger Meilenstein und das Ergebnis von jahrelangen Planungen und Untersuchungen. Ich möchte mich an dieser Stelle vor allem bei den zahlreichen lokalen und regionalen Unternehmen bedanken, die uns bei den bisherigen Schritten unterstützt haben und uns in der Folge auch bei der Errichtung von Wikinger tatkräftig zur Seite stehen.“

Energiewende sorgt für enorme Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern

Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern: „Heute zeigen sich zwei Dinge: Die Energiewende ist in vollem Gange und in unserem Land entsteht dadurch eine enorme Wertschöpfung. Hier am Fährhafen Sassnitz hat Iberdrola eine Vereinbarung zur Flächennutzung über 25 Jahre abgeschlossen. Das sind sichere Einnahmen für zweieinhalb Jahrzehnte. Hinzu kommen in diesem Zeitraum die Liegegebühren für Serviceschiffe. Im Servicebereich entstehen zudem ab dem kommenden Jahr ebenfalls gesichert für mindestens 25 Jahre etwa 100 Arbeitsplätze. Unterm Strich ist das heute ein guter Tag für die Energiewende und für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern.“

Die Produktion der Windkraftanlagen an den Standorten von Adwen in Bremerhaven und Stade hat ebenfalls bereits begonnen. Dabei kommen 70 Turbinen vom Typ M5000-135 mit je fünf Megawatt (MW) Leistung sind die leistungsstärksten, die bislang für ein Iberdrola-Projekt zum Einsatz kommen.

Die Anlagen von Adewen werden von den Standorten Bremerhaven und Stade auf dem Seeweg zum Fährhafen Sassnitz verschiffe und von hier aus installiert. Die Anlagen werden dabei auf Jacket-Fundamenten errichtet.

Insel Rügen als Dreh- und Angelpunkt des Projekts

Iberdrola hebt hervor, dass ein erheblicher Teil der Wertschöpfung für den Windpark Wikinger durch die Zusammenarbeit mit deutschen Auftragnehmern und Subunternehmen in der Region erfolgt. Der Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist der Standort Sassnitz-Mukran (Fährhafen Sassnitz) auf der Insel Rügen. Von hier aus werden zum einen die Installation der Anlagen über das Offshore-Terminal erfolgen und zum anderen der spätere Betrieb sowie die Wartung gesteuert. Das Gebäude mit angeschlossener Lagerhalle wird von der Rostocker Niederlassung der Firma Goldbeck errichtet. Mit dem Bau vom Windpark „Wikinger“ hängen hunderte von qualifizierten Arbeitsplätzen zusammen, rund 200 direkte, indirekte und induzierte werden für den späteren Betrieb über eine Dauer von 25 Jahren erwartet.

Global Marine zieht im Offshore-Windpark Wikinger die Strippen

Das Unternehmen Global Marine Systems Limited aus Großbritannien wird den deutschen Ostsee-Windpark Wikinger von Iberdrola verkabeln. Dabei geht es um die Unterwasser-Verbindungskabel innerhalb des 350 Megawatt (MW) großen Offshore-Windparks Wikinger. Global Marine verfügt über ein spezielles Kabel-Installationsschiff, mit dem pro Stunde etwa 900 Meter Kabel verlegt werden können.

Windpark-Fertigstellung bis Ende 2017 geplant

Die Gründungsstrukturen für die ersten Anlagen werden in den kommenden Wochen gesetzt, die Windkraftanlagen selbst folgen ab Anfang 2017. Der Bau der 70 Millionen Euro teuren Umspannplattform, die bei der spanischen Werft Navantia Shipyards bei Cadiz entsteht, befindet sich in den letzten Zügen und soll im Sommer dieses Jahres das Baufeld in der Ostsee erreichen und installiert werden.

Der Meereswindpark „Wikinger“ mit 75 Anlagen in einer Wassertiefe von 25 bis 45 Meter soll ab dem Jahr 2017 in der Ostsee rund 30 Kilometer vor der Insel Rügen im nördlichen Teil des Eignungsgebiets westlich Adlergrund in Betrieb gehen.
“Wikinger” ist nach Baltic 1 und Baltic 2 der dritte Windpark in der deutschen Ostsee wobei Iberdrola bereits ein weiteres Projekt „Windanker“ plant. Die Arbeiten für den Windpark “Windanker” könnten 2021 starten.