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Haben Sie schon mal eine Batterie aufgeladen?

Diese Frage stellen und prompt die Antwort „ja“ zu bekommen, ist wohl der Normalfall. Dennoch sind Zweifel angebracht, denn der Begriff „Batterie“ ist seit Jahrzehnten einer Stromquelle zugeordnet, die sich bei der Abgabe der elektrischen Leistung verzehrt. Aufladbar sind ausschließlich die Stromquellen, die speichern können, also die Akkumulatoren – kurz Akkus genannt.
Wer sich dazu auf den Duden bezieht, dem ist die Lektüre des bereits 1982 erschienenen Buches „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider zu empfehlen, der sich in seinem Vorwort mehr als sarkastisch über den Rollenwechsel des Dudens auslässt. Ausgehend davon, dass der Duden „Manierismen“ des Spiegels aufnimmt und unkommentiert lässt, kommt Schneider zum Urteil, dass „die Duden-Redaktion ohne Not ihr Richteramt gegen eine Registratur vertauscht“ habe.
Gemäß Duden Band 1 wäre das Aufladen einer Batterie wohl gefahrlos, denn danach ist das nur ein „aus mehreren Elementen bestehender Stromspeicher“. Warum ist dann auf Batterien zu lesen „Nicht wiederaufladbar“? Früher konnte man dort zusätzlich Warnungen lesen. Die klassische Batterie ist eben nicht aufladbar, folglich kein Speicher.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen: Nach dem Duden Fremdwörterbuch Band 5 handelt es sich bei einer Batterie im hier diskutierten Sinne um eine „Stromquelle“, wie zum Beispiel die Taschenlampenbatterie.
Zumindest in der Sprache der Technik sollte klar zwischen den Begriffen Batterie und Akkumulator unterschieden werden. Beides sind zwar Stromquellen, aber nur der Akku ist ein Speicher und somit aufladbar. Die Schlampigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache – auch in der Fachpresse – sind einfach nicht zu rechtfertigen. Hierzu genügt ein Blick in die jüngste Berichterstattung zum Fährschiff „Berlin“ der Reederei Scandlines. Da ist in diesem Zusammenhang sogar von Batterietechnologie die Rede und von einem „Batterieantrieb“! Man lese und staune.
Doch was nützt es, den Sprachgebrauch von Werften, Reedereien und Redakteuren zu kritisieren, wenn man bei einer namhaften Klassifikationsgesellschaft dieselbe sprachliche Nachlässigkeit beobachten kann?

Hans-Jürgen Reuß
Der Autor betreibt ein Pressebüro mit den Schwerpunkten Schifffahrt, Schiffbau, Schiffbauzulieferindustrie und Schifffahrtsgeschichte.

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