LNG Tanker

Shell: Weltweiter LNG-Bedarf steigt

Shell veröffentlicht Studie 

Der Bedarf an verflüssigtem Erdgas (LNG) dürfte in den kommenden Jahren einer Shell-Studie zufolge stetig wachsen – vor allem in Asien. Laut einer kürzlich verbreiteten Marktanalyse des Energiekonzerns soll die LNG-Nachfrage weltweit zwischen 2015 und 2030 um vier bis fünf Prozent pro Jahr zunehmen – und damit doppelt so schnell wie die Nachfrage nach herkömmlichem Erdgas.

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Im vergangenen Jahr erhöhten sich Angebot und Nachfrage weltweit um 17 Millionen auf 265 Millionen Tonnen. „Von vielen Experten wurde erwartet, dass der starke Zuwachs beim LNG-Angebot die zusätzliche Nachfrage übersteigen würde“, teilte Shell mit. „Stattdessen haben sich beide die Waage gehalten.“

Die stärkere Nachfrage in Asien und im Mittleren Osten hat das erhöhte Angebot aus Australien absorbiert, so Shell in der ersten veröffentlichten LNG-Studie. Allein Australien steigerte seine LNG-Exporte um 15 Millionen auf mehr als 44 Millionen Tonnen. Die zusätzlichen Mengen seien von Ländern in Asien aufgenommen worden, vor allem China und Indien. Sie seien auch die Treiber für künftiges Wachstum. Außerdem seien sechs Importländer dazugekommen, sodass nun 35 Länder auf LNG setzten, nach etwa 10 zu Anfang des Jahrhunderts. Ägypten, Jordanien und Pakistan gehörten 2016 zu den weltweit am schnellsten wachsenden LNG-Importeuren. Sie haben Engpässe in der lokalen Gasversorgung mit LNG ausgeglichen und insgesamt 13,9 MT LNG importiert.

Die Preise für LNG dürften auch weiterhin von mehreren Faktoren abhängen, wie dem Ölpreis, dem weltweiten Angebot, der Dynamik der Nachfrage und den Kosten für die Infrastruktur. Zusätzlich hat das Wachstum im Handel mit LNG auch dazu beigetragen, Angebotsengpässe in einzelnen nationalen Märkten abzufedern.

Der LNG-Handel verändert sich auch dahin, den Bedürfnissen der Abnehmer nach kurzfristigen Verträgen und kleineren Volumen mit einem größeren Grad von Flexibilität zu entsprechen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einige der neuen Nachfrager höhere Kreditrisiken als die etablierten Geschäftspartner aufweisen.

Shell glaubt, dass zusätzliche Investitionsentscheidungen erforderlich sind, um der wachsenden Nachfrage gerecht werden zu können, die nach 2020 insbesondere aus Asien kommen wird.

So hat die chinesische Regierung vorgegeben, dass Erdgas bis 2030 einen Anteil von 15 Prozent im heimischen Energiemix haben soll. 2015 waren es noch fünf Prozent. Gleichzeitig erwarten Experten, dass sich Südostasien bis 2035 zu einem Netto-Importeur von LNG entwickelt, was einer bemerkenswerten Transformation entspricht, insofern als Länder wie Malaysia und Indonesien derzeit zu den größten LNG-Exporteuren in der Welt gehören.

Erdgas wird sowohl zur Stromerzeugung als auch als Treibstoff für Schiffe und Lastwagen oder zur Wärmeversorgung im allgemeinen Energienetz eingesetzt.