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Großmotoren-Hersteller fordern maritime Energiewende

Die Hersteller von Großmotoren im VDMA bekennen sich zu den Beschlüssen des Weltklimagipfels in Paris. Sie wollen aktiv dazu beitragen, fossile Kraftstoffe in der Schifffahrt durch umweltschonendere Energieformen zu ersetzen.

Anlässlich der 10. Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg haben die Großmotorenhersteller ein Dialogpapier mit zehn Thesen für die saubere Schifffahrt vorgelegt. In dem Thesenpapier formulieren VDMA und Hersteller die Notwendigkeit zur weltweit harmonisierten Verschärfung von Emissionsgrenzwerten und zur Einführung von marktbasierten Instrumenten, um die CO2-Emissionen in der Schifffahrt künftig zu senken. Die Motorenbauer sehen mittelfristig Erdgas als umwelt- und klimafreundlichen Ersatz für das heute noch gebräuchliche Schweröl. Schritt für Schritt sollen dann, zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2050, strombasierte synthetische Kraftstoffe in der Schifffahrt eingesetzt werden. Mit Strom aus erneuerbaren Quellen sind diese Kraftstoffe CO2-neutral und somit für Verkehrsträger wie die Schifffahrt, die auch langfristig nicht rein elektrisch fahren können, eine Alternative zu fossilen Kraftstoffen.

Für dieses langfristige Ziel gilt es heute, die richtigen Weichen zu stellen: „Erdgas hilft uns heute schon Ruß, Stickoxide und CO2 zu reduzieren. Langfristig geht es um eine Sektorkopplung von Energiewirtschaft und Verkehr. Die Branche braucht daher einen klaren und weltweit verbindlichen Entwicklungspfad“, erklärt Dr. Uwe Lauber, Vorsitzender des Vorstands MAN Diesel & Turbo SE. Die Förderinitiative des Bundeswirtschaftsministeriums zur Energiewende im Verkehr geht in die richtige Richtung.

Zudem verstehen sich die Motorenbauer zunehmend als Systemanbieter für Antriebstechnologien, die auch mit Hybridlösungen, Optimierungen des Gesamtsystems und der intelligenten Nutzung von Daten aus Schiffs- und Motorenbetrieb Effizienzsteigerungen realisieren können. „Die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors, insbesondere in Kombination mit elektrischen Speicher-Komponenten, und die Betrachtung des Gesamtsystems anstelle einzelner Komponenten birgt enormes Potential zur Steigerung der Effizienz von Schiffsantrieben“, erläutert Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems. „Auch damit leisten wir bereits heute einen großen Beitrag zur Senkung von Schad- und Treibhausgasemissionen“. Denn jeder eingesparte Liter Kraftstoff reduziert diese Emissionen direkt.

Die Motorenindustrie will mit dem Thesenpapier den Dialog mit anderen Beteiligten der maritimen Wirtschaft, mit Politik, Wissenschaft und Umweltverbänden anstoßen und eine Diskussion führen, die letztlich die Zukunft der Schifffahrt als nachhaltigstem Verkehrsträger sicherstellt.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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