Testaufbau des SRP 800 U Unterwassergetriebes.

SCHOTTEL erweitert Portfolio mit Ruderpropeller SRP 800 U

Mit der erfolgreichen Erprobung des 5,5 MW starken SRP 800 U baut SCHOTTEL sein Portfolio weiter aus. Dieser auf See montierbare Ruderpropeller eignet sich ideal für Schiffe bei denen sich aufgrund von Größe oder Einsatzgebiet ein Docken schwierig gestaltet. Neben der Anwendung in größeren Offshore Schiffen oder Riggs empfiehlt sich der neue und leistungsstarke SCHOTTEL-Antrieb für Cable Laying Vessels, Offshore Construction Vessel und Crane-Ships.

Stärkste Marktvorteile vereint

„Kundenanfragen führten bei SCHOTTEL zu dem Entschluss, die robuste und gut bewährte Ruderpropeller-Technik in Leistungsbereiche bis 5,5 MW weiterzuentwickeln“, erklärt Roland Schwandt, Sales Director Tug & Offshore Energy. Berechnungen zur Leistungssteigerung wurden flankiert von Entwicklungen zu mehr Einbauflexibilität und größeren Sicherheitsfaktoren, die die strengen Anforderungen der Klasse übertreffen. Dazu zählt der jetzt in den deutschen Testvorrichtungen erfolgreich durchgeführte Verspannungstest zur Überprüfung der Verzahnung des Kegelradsatzes.

Getestet für Heavy-Duty-Einsatz

Dem Verspannungstest gingen Modellversuche in der Schiffbau-Versuchsanstalt (SVA) Potsdam und CFD-Simulationen voraus. In realen Dimensionen erreichten die Maße Superlative. Getestet wurde mit einem Nenndrehmoment von 80.000 Nm am Krafteingang des Unterwassergetriebes. Dies entspricht dem dauerhaften Heavy-Duty-Einsatz auf hoher See für den Antrieb eines Propellers mit einem Durchmesser von 4.100 mm. Zwei große Hydraulikmotoren mit Arbeitsdrücken bis 300 bar dienten als Antrieb bzw. Bremse.

Ideale Übertragung des Drehmoments

Die Auswertung beweist, dass Lage und Ausdehnung des Tragbilds exakt mit der Simulation übereinstimmen. Im Kontakttragbild kann nachgewiesen werden, dass selbst unter den hohen Betriebslasten und den damit einhergehenden Verlagerungen der Zähne das Drehmoment immer ideal von Zahn zu Zahn übertragen wird.

Weiter gesteigerte Sicherheitsfaktoren

Hinsichtlich der Sicherheit profitieren Kunden neben den Wälzlagern von doppelt geprüften Dichtungen mit einer längeren Lebensdauer als von der Klasse gefordert.

Erfolgreich getestet wurde die zertifizierte Propellerwellendichtung LEACON. Der Dauertest unter realen Betriebsbedingungen simulierte beispielsweise Wasserdruck und Temperaturschwankungen. Das entscheidende Konstruktionsmerkmal des Systems liegt in einer Zwischenkammer zwischen Propellergetriebe und Wasser. Mehrfache Spezialdichtungen an der Propeller- und Verbindungswelle trennen die Schmierstoffe vom Seewasser.

Konzipiert für den Retrofit   

Der SRP 800 U wurde mit Fokus auf möglichst marktweite Passvariabilität optimiert. Konstruktiv entspricht die Schnittstelle zum Schiff den gängigen Modellen am Markt und empfiehlt sich somit sowohl als Neuinstallation als auch Austauscheinheit. Mithilfe eines 3-fach Rollenlagers als Kugeldrehverbindung konnten der benötigte Bauraum verkleinert und die Kompaktheit des Antriebs gesteigert werden. Zusätzlich wurden Anzahl und Größe der Schutzkappen für den Unterwassereinbau minimiert.

Strömungstechnische Entwicklungen verringern Anströmverluste

Zwei Schaftvarianten eröffnen ein breites Anwendungsspektrum. Neben der Standardausführung mit einem 90° Getriebe bietet SCHOTTEL eine Variante mit einer um 8 Grad geneigten Propellerwelle an. Sie verringert die Schubbeeinträchtigungen benachbarter Antriebe und die Interaktion mit dem Schiffsrumpf. Strömungstechnisch passt sich der 360 Grad steuerbare SRP 800 U somit optimal dem jeweiligen Einsatzfeld an, ob als Hauptantrieb in einem Drill- oder Konstruktionsschiff oder als Positionierhilfe in einem Halbtaucher. Der optimalen Strömungskontur gingen CFD-Berechnungen sowie Kavitations- und Manövrierversuche an der Potsdamer SVA voraus. Eine Kavitationsfreiheit bis 16 kn wurde nachgewiesen.

Nach den erfolgreichen Tests ist der SRP 800 U nun für die verschiedenen Applikationen in Neubau oder als Austauscheinheit verfügbar.