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Formstaal / Ostseestaal baut Elektro-Solar-Fahrgastschiff

Die zur niederländischen Central Industry Group (CIG) gehörenden beiden Stralsunder Spezialunternehmen Formstaal GmbH & Co. KG und Ostseestaal GmbH & Co. KG ließen kürzlich ein neu gebautes Elektro-Solar-Fahrgastschiff zu Wasser. Das jetzt abgelieferte 18,5 Meter lange Fahrgastschiff ist das erste von derzeit drei bei den Unternehmen im Bau befindlichen Elektro-Solarschiffen, das die Bauhalle verlassen hat. Im Januar 2017 wurde das als Katamaran konstruierte Aluminium-Schiff auf Kiel gelegt. Geordert wurde das Fahrgastschiff von der Reederei Weiße Flotte GmbH. „Der Neubau ist das 6. Schiff, das die Weiße Flotte bei Ostseestaal in Auftrag gegeben hat. Das belegt die verlässliche Zusammenarbeit zwischen der Reederei und dem Hersteller“, verweist Knut Schäfer, Geschäftsführer der Weiße Flotte GmbH und Tochterunternehmen, auf die bewährte Partnerschaft und betont: „Mit diesem neuen Schiff manifestiert die Weiße Flotte ihre Marktführerschaft im Bereich der maritimen Elektromobilität in Deutschland. Gegenwärtig werden jährlich ca. 750.000 Fahrgäste durch die Weiße Flotte e-mobil befördert.“

Roll-out der neuen Elektro-Solar-Fähre.
Roll-out der neuen Elektro-Solar-Fähre. © Formstaal, Ostseestaal

Mit dem aktuellen Bauprojekt für die Weiße Flotte fügen die Stralsunder Schiffbauer ihrem ambitionierten Bauprogramm für Elektro-Solarschiffe ein weiteres Referenz-objekt hinzu. Beide Unternehmen sorgen seit geraumer Zeit mit eigenentwickelten Elektro-Solarschiffen auf dem Markt der Elektromobilität für Furore. „Das jüngste Fahrgastschiff für die Reederei Weiße Flotte ist eine Bestätigung, dass sich Elektro-Solarschiffe in der Praxis bewähren“, sagt Ingo Schillinger, Senior Sales Manager bei Formstaal/Ostseestaal. Er sieht in der Berufsschifffahrt auf küstennahen und Binnen-gewässern ein breites Anwendungsfeld für die lärm- und emissionsfreien Schiffe. „Zumal die Flotte von Binnenschiffen in Deutschland veraltet ist und erneuert werden muss“, ergänzt Ingo Schillinger.

Neben dem Fahrgastschiff für die Weiße Flotte fertigen die beiden in der Hansestadt ansässigen Spezialfirmen gegenwärtig zwei weitere Elektro-Solarschiffe, jedoch anderen Bautyps. Im Auftrag eines Berliner Unternehmens entsteht ein Seminarschiff, das als schwimmende Tagungslounge geplant wird und bis zu 200 Gäste an Bord nehmen kann. Für die Gemeinde Oberbillig an der Mosel im Landkreis Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz) wird eine emissionsfreie Autofähre in naher Zukunft gebaut. Diese wird pro Fahrt bis zu 45 Fahrgäste und sechs Autos über die Mosel befördern. Es handelt sich dabei um die weltweit erste vollelektrische Autofähre auf Binnengewässern.

Formstaal/Ostseestaal besitzen einschlägige Erfahrungen bei der Entwicklung und dem Bau von Elektro-Solarschiffen. In jüngerer Vergangenheit wurden mehrere Fahrgastschiffe und Fähren abgeliefert, die bis zu 60 Personen befördern können und unter anderem auf Berliner Gewässern unterwegs sind. „Unser Antrieb ist die Sonne, wir bringen die E-Mobilität aufs Wasser“, umreißt Dr. Thomas Kühmstedt, Geschäftsführer bei Formstaal, das innovative Alleinstellungsmerkmal der Elektro-Solarschiffe vom Strelasund.

52 Solarmodule mit einer Solar-Gesamtleistung von 12 kWp sorgen für eine Dienstgeschwindigkeit von 8 km/h (Höchstgeschwindigkeit 14 km/h) bei dem Neubau.

Je nach Bedarf sind die umweltfreundlichen Schiffe bis zu 45 Meter lang und 9 Meter breit und befördern bis zu 250 Gäste. Um die Solarschiffe wirtschaftlich betreiben zu können, zeichnet diese eine extreme Leichtbau-weise und der Einsatz energieverbrauchsoptimierter Komponenten aus. Die Stralsunder Konstrukteure setzen vorrangig Aluminium ein, optimieren die Schiffskörper und reduzieren den Energieverbrauch etwa durch den Einbau von LED-Leuchten. „Unsere Schiffe benötigen im Vergleich zu konventionellen Schiffen für die gleiche Leistung nur ein Viertel der Antriebsleistung“, hebt Ingo Schillinger hervor.

Das neueste Elektro-Solar-Fahrgastschiff für die Weiße Flotte GmbH soll nach der technischen Erprobung an den Auftraggeber Ende Juli 2017 abgeliefert und künftig auf dem Mittellandkanal eingesetzt werden.

 

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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