Grafik der WES AMELIE zeigt die Position des LNG-Tanks

WES AMELIE fährt jetzt „grün“

In Bremerhaven wurde am 23. August 2017 das weltweit erste für die Nutzung von Methan umgerüstete Containerschiff erfolgreich in Betrieb genommen. Das Containerschiff WES AMELIE der Wessels Reederei aus Haren/Ems wurde seit Juni 2017 auf dem Gelände der German Dry Docks in Bremerhaven auf die Nutzung von Methan umgerüstet und wird zukünftig als erstes Schiff seiner Art mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff fahren.

Das Schiff

Containerschiffs WES AMELIE, (1.036 TEU) wird auf umweltfreundlichen Erdgas-Betrieb umgebaut. Es wird die weltweit erste Umrüstung eines Containerschiffs von Schweröl auf Erdgas-Betrieb.

Containerschiffs WES AMELIE, (1.036 TEU) wird auf umweltfreundlichen Erdgas-Betrieb umgebaut. Es wird die weltweit erste Umrüstung eines Containerschiffs von Schweröl auf Erdgas-Betrieb. © Wessels

Gerd Wessels, GF der Reederei: „Bei der Auswahl des Schiffes haben wir explizit auf die Skalierbarkeit der Ingenieursleistungen und der Entwicklungskosten geachtet, wodurch sich die Kosten für Folgeprojekte deutlich reduzieren lassen. Allein von der WES AMELIE bestehen 23 Schwestern, davon 16 gänzlich baugleich, so dass das Projekt 1:1 auf Folgeprojekte leicht übertragbar ist. So lässt sich mit diesem Schiff ein hoher Multiplikatoreffekt mit ausreichend umrüstungswürdigen Stückzahlen am europäischen Kontinent erzielen. Unser neuestes Projekt für mehr Umweltschutz in der Seeschifffahrt war der Umbau unseres Containerschiffs WES AMELIE, (1.036 TEU) von Schweröl auf umweltfreundlichen Methan-Betrieb. Gemeinsam mit MAN D&T, sowie Marine Gas Engineering, TGE, haben wir in den letzten Jahren eine mögliche Umrüstung der Antriebsanlagen unserer 1.000 TEU-Containerschiffe von Schweröl auf Methan geprüft. Wir haben uns gegen den Scrubber, aber für die Umrüstung auf den Erdgasbetrieb entschieden. Aus unserer Sicht sollte deswegen der Kurs auf umweltfreundliche und alternative Kraftstoffe, wie z.B. Methan, genommen werden“.

Die neue Antriebsanlage

Aus einem MAN 8L48/60 B mit 9.000 kW bei 500/min wurde nun ein Wechselmotor vom Typ MAN 8L51/60 DF. Die Leistungseinstellung beträgt nun 7.800 kW bei 514/min. Der auf dem Vorschiff installierte LNG- Typ „C“ Tank, geliefert von TGE Marine Gas Engineering, verfügt über einen Inhalt von 490 m3.

Die LNG-Erstbefüllung

LNG-Erstbetankung auf der WES AMELIE.

LNG-Erstbetankung auf der WES AMELIE. © Wessels Reederei

Die Erstbefüllung mit LNG erfolgte durch das Hamburger Unternehmen Nauticor am Kühlhauskai in Bremerhaven. Das Schiff wurde mit insgesamt vier Tanker-Ladungen LNG betankt. „Dank der reibungslosen Zusammenarbeit der Schiffsbesatzung, dem Team von bremenports und unseren Experten an Land konnte die Erstbetankung mit LNG erfolgreich realisiert werden“, betonte Sonja Neßhöver, Direktor LNG Portfolio bei Nauticor.

Mit dem Umbau des 1.000-TEU-Schiffes ist die Wessels Reederei Vorreiter im Einsatz von Methan bei Containerschiffen in Nordwesteuropa. Die WES AMELIE ist, wie die 15 baugleichen Schwesterschiffe auch, verstärkt im Feederverkehr zwischen Nord- und Ostsee im Einsatz und leistet durch die Nutzung von Methan einen wichtigen Beitrag für die Senkung der Schadstoffemissionen in diesem sensiblen Bereich. Der Umbau des Schiffes wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert und soll bei erfolgreicher Umsetzung auf weitere Schiffe der Flotte ausgeweitet werden.

Dementsprechend zuversichtlich zeigte sich Christian P. Hoepfner, Prokurist der Reederei, nach der erfolgreichen Erstbefüllung: „Wir sind froh, dass die erste Übernahme von LNG als Treibstoff hier in Bremerhaven so reibungslos funktioniert hat. Unser Dank gilt hier der Hafensicherheit Bremerhaven des Hafenamtes der Hansestadt Bremen und dem LNG-Lieferanten Nauticor, die uns hier tatkräftig unterstützt haben.“ Mahinde Abeynaike, Geschäftsführer bei Nauticor, fügte hinzu: „Mit dem Umbau der WES AMELIE leistet die Wessels Reederei wichtige Pionierarbeit bei der Etablierung von Methan als Treibstoff im Containerschifffahrtsbereich. Das unterstützen wir gerne und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, auch vor dem Hintergrund, dass im kommenden Jahr unser zweites Bunkerschiff den Betrieb in Nordwesteuropa aufnimmt und für die Versorgung von Kunden zur Verfügung steht.“