Erster Stahlblock für AIDAnova.

AIDAnova auf Kiel gelegt

Branche sucht Gespräch mit überlasteten Hafenstädten

Der erste Block von AIDAnova, dem weltweit ersten Kreuzfahrtschiff, das sowohl auf See als auch im Hafenbetrieb mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben werden kann, wurde auf der Meyer Werft in Papenburg auf Kiel gelegt.

Die AIDAno­va ist das erste von zwei neuen Schiffen für die Ros­tocker Reederei. Fünf weite­re Einheiten hat der Mutter­konzern Carnival Corporati­on in Papenburg und in Turku bestellt. Die AIDAnova soll mit Erdgas-Technik neue Maßstäbe auf dem Meer setzen. Die Schif­fe mit einer Größe von über 183.900 BRZ und einer Ka­pazität von jeweils mehr als 2500 Kabinen werden Ende 2018 und 2021 die AIDA- Flotte verstärken. Die mo­dernen Kraftwerke an Bord zur Versorgung des gesam­ten Schiffs- und Hotelbe­triebes mit umweltfreund­lich erzeugter Energie wur­de in Warnemünde auf der zur Meyer-Gruppe gehören­den Neptun Werft gebaut. Es besteht aus vier emissionsarmen Dual- Fuel-Motoren von Caterpil­lar (Kiel/Rostock), die auf See und im Hafen mit Methan betrieben werden können. Der erste von 90 Stahlblöcken für die AIDAnova wiegt rund 120 Tonnen, ist etwa 5 Meter breit, 8,20 Meter hoch und 21 Meter lang. Zugleich kündigte die Kreuzfahrt- Branche an, nun einen enge­ren Dialog mit hochbelaste­ten Hafenstädten und der Öffentlichkeit zu suchen, um ihren Ruf zu verbessern. „Wir brauchen mehr Kommunika­tion, Zusammenarbeit und Absprachen mit den Hafen­behörden“, sagte zum Bei­spiel Neil Palomba, Präsident der Kreuzfahrtreederei Cos­ta Crociere, am Mittwoch auf der „Seatrade Europe“.

AIDAprima und AIDAperla nutzen Methan während Hafenliegezeit

AIDAprima bunkert LNG im Hamburger Hafen.

AIDAprima bunkert LNG im Hamburger Hafen. © Meyer-Werft und AIDACruises

Bereits heute können AIDAprima und AIDAperla – dank ihrer Dual-Fuel-Antriebsmotoren – als weltweit erste Kreuzfahrtschiffe während der gesamten Hafenliegezeit ihre Energie emissionsarm aus Methan beziehen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Luftqualität, denn 40 Prozent seiner Betriebszeit verbringt ein Kreuzfahrtschiff durchschnittlich im Hafen. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von LNG im jeweiligen Hafen. In Hamburg, Rotterdam, Le Havre, Southampton und Zeebrügge kann AIDAprima während der Liegezeiten bereits mit Methan betrieben werden. Gemeinsam mit seinen Partnern arbeitet AIDA Cruises daran, diese Technik auch in weiteren Häfen in Europa verfügbar zu machen.

9 von 12 Schiffen der AIDA Flotte verfügen bereits heute über einen Landstromanschluss

Seit Ende April 2017 wird AIDAsol in Hamburg Altona während der Liegezeit über eine Landstromanlage zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt. Dadurch werden die Hauptmaschinen während der gesamten Liegezeit von AIDAsol im Hamburger Hafen abgeschaltet – die Emissionen reduzieren sich auf nahezu Null. Dies ist ein großer Schritt in Sachen Klimaschutz und Verbesserung der Luftqualität in der Hansestadt.

Neben dem Landstromanschluss an Bord von AIDAsol verfügen auch AIDAprima und AIDAperla über je zwei Landstromanschlüsse. Alle sechs weiteren Schiffe, die zwischen 2007 und 2013 in Dienst gestellt wurden, sind ebenfalls für einen Landstromanschluss vorbereitet. Noch ist diese Infrastruktur nur in wenigen Häfen weltweit verfügbar. Hamburg ist in Deutschland bisher der einzige Hafen, der über einen Landstromanschluss verfügt. Hier braucht es weltweit einheitliche technische Standards sowie weitere Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur. Für die Nutzung von Landstromanlagen durch AIDA Schiffe braucht es auch ein ausreichendes Angebot an Ökostrom.

Abgasnachbehandlungsanlagen: Bereits 6 von 12 Schiffen der AIDA Flotte ausgerüstet

Wie das Unternehmen mitteilt verfügen AIDAprima und AIDAperla über ein komplexes System zur Abgasnachbehandlung, dem sogenannten EGCS (Exhaust Gas Cleaning System). Auf vier weiteren Schiffen der AIDA-Flotte (AIDAluna, AIDAmar, AIDAdiva, AIDAvita) wurden Systeme dieser Anlage nachgerüstet. Damit verfügt bereits heute die Hälfte aller Schiffe der AIDA Flotte über ein System zur Abgasnachbehandlung, das die Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden sowie Schwefeloxiden um 90 bis 99 Prozent reduziert. Der Ausstoß von Kohlenmonoxid wird um 70 Prozent und die Emissionen von unverbrannten Kohlenwasserstoffen um 85 Prozent gesenkt. Die technischen Zulassungen der Abgasnachbehandlungssysteme sind auf allen sechs Schiffen erfolgt. Wo die Genehmigungen zum Betrieb der Systeme in den weltweiten Fahrtgebieten bzw. Häfen vorliegen, werden diese auch genutzt.

AIDA räumt gleich dreimal ab

AIDAprima, das schwimmende Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg, erhielt Deutschen Kreuzfahrtpreis.

AIDAprima, das schwimmende Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg, erhielt Deutschen Kreuzfahrtpreis. © Meyer-Werft und AIDACruises

AIDA Cruises wurde am 5. September 2017 in Hamburg auf der Seatrade Europe, der europäischen Leitmesse für die Kreuzschifffahrt, gleich dreimal mit dem Deutschen Kreuzfahrtpreis ausgezeichnet. AIDA gewann in den Kategorien Umweltengagement und mit AIDAprima als Lieblingsschiff. Außerdem ging der Award der Hafenvereinigung Atlantic Alliance an AIDA Cruises für den ganzjährigen Einsatz von AIDAprima in der Region an der atlantischen Westküste.
Der Deutsche Kreuzfahrtpreis in der Kategorie Publikumspreis wurde erstmalig vergeben. Gesucht wurde in Zusammenarbeit mit der Hamburger Morgenpost das Lieblingsschiff der Leser. AIDAprima konnte sich unter sechs nominierten Schiffen durchsetzen. AIDAprima ist das schwimmende Wahrzeichen der Hansestadt und bietet als erstes Kreuzfahrtschiff seit Mai 2016 durchgängig Reisen ab Hamburg an.
Der DEUTSCHE KREUZFAHRTPREIS prämiert seit 2011 jährlich die besten Leistungen der internationalen Kreuzfahrtbranche und wird mit der Redaktion des Guides Kreuzfahrtträume vergeben. Die Preisverleihung fand am Dienstag, 5. September 2017 auf der Cruise Europe Night im Rahmen der Seatrade Europe statt.