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Havariekommando: Geheimsache Einsatzkonzept

Fehlende Veröffentlichung des Einsatzkonzeptes öffnet Tür und Tor für Vermutungen

Während der Präsentation des Leiters des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, am 16. Januar 2018 vor Mitgliedern des Nautischen Vereins zu Emden beklagte er sich „…wie unfair er von der Presse anlässlich der Strandung des Frachters GLORY AMSTERDAM doch behandelt wurde“. Trump lässt grüßen.
Und damit sind wir auch schon beim Thema – nämlich der Pressearbeit des Havariekommandos. So findet der interessierte Leser auf der HK-Internetseite folgende Aussage: „Die Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist für die Außendarstellung des Havariekommandos und für die Koordinierung der Öffentlichkeitsarbeit während einer komplexen Schadenslage zuständig“.

Die Alltagsorganisation (Kompetenzzentrum) und die Einsatzorganisation (Havariestab) des Havariekommandos.
Die Alltagsorganisation (Kompetenzzentrum) und die Einsatzorganisation (Havariestab) des Havariekommandos. © Havariekommando

Leider sind die Veröffentlichungen der Stabsstelle Pressearbeit des HK mangelhaft und teilweise unwahr (z.B. Pressemitteilung vom 29.10.2017:“… Im Seegebiet herrschen 8 bis 9 Windstärken mit einer Wellenhöhe von bis zu sieben Metern. Deshalb war es dem Boardingteam auf der NORDIC zunächst nicht möglich, auf den Havaristen überzusetzen“). Erwiesenermaßen werden die Lotsen mit dem WIKING Helikopter Service aus Mariensiel bis zu Windstärke 11 an 365 Tagen im Jahr, 24/7 versetzt. Da liegt es nahe, dass die Pressmitteilung des HK fehlerhaft ist.
Pressearbeit bleibt eine relevante Aufgabe der Unternehmens- / Behördenkommunikation. Was wäre denn eine gute Pressearbeit einer so exponierten Havarie-Koordinationsstelle?
Sie muss aktiv gestaltet werden, wie z.B.: Warum hat das HK keinen Presseverteiler damit die entsprechenden Empfänger zielgerecht mit zeitnahen und sachlichen Informationen versorgt werden können? Die Nordseeküstenanwohner haben ein Anrecht auf aktuelle und sachlich korrekte Informationen während einer „komplexen Schadenslage“.

Auch außerhalb einer „komplexen Schadenslage“ ist Pressearbeit in Form z.B. eines Newsletters sehr sinnvoll. Hier könnte der HK-Leiter sich und seine Mitarbeiter vorstellen, könnte zu seiner Person einen kurzen Lebenslauf einstellen, so wie das zum Beispiel von unseren Politkern gemacht wird, könnte das Einsatzkonzept erklärend veröffentlichen, könnte auch erklären wie er zu seiner schmucken Dienstkleidung mit den exorbitanten Rangabzeichen kommt, könnte erklären was das HK außerhalb einer „komplexen Schadenslage“ macht, usw, usw. Trotz Verwendung des Wortes „Kommando“ ist das HK keine Einrichtung als Kommando, sondern eine Einrichtung der Koordination. Das zu publizieren wäre auch eine Aufgabe für die Stabsstelle Pressearbeit. Sinnvoll wäre ebenso von Zeit zu Zeit zu Pressekonferenzen einzuladen.

In der aktuellen Form der Pressemitteilungen des HK muss sich jeder Interessierte Redakteur seine Informationen zusammensuchen. Und damit sind Tür und Tor für Vermutungen und Halbwahrheiten geöffnet und der HK-Leiter braucht sich nicht wundern wenn dann falsch bzw unzureichend berichtet wird.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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