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„Für ein funktionierendes Allgemeinwesen muss man sich engagieren“

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft trat Frank Wessels 1986 als angestellter Prokurist in den Familienbetrieb Emder Bugsier- und Bergungsgeschäft P. W. Wessels Wwe. KG ein. Seit 1994 ist er Geschäftsführer des Tochterunternehmens ESB (Emder Schlepp-Betrieb GmbH), seit 2011 ist er persönlich haftender Gesellschafter des Mutterunternehmens.

Neben seinem Hauptberuf als Reeder engagiert sich Wessels in mehreren Vereinen und Verbänden. So bekleidet er das Amt des Vorsitzenden des Nautischen Vereins zu Emden seit 1996, sowie das des Vorsitzenden des Deutschen Nautischen Vereins seit 2011. Damit nicht genug engagiert er sich weiterhin seit 2001 als Vorsitzender des Arbeitgeberverbands für Ostfriesland und Papenburg.

Der heute 58-jährige Frank Wessels beschäftigt rund 35 Mitarbeiter in seinem Unternehmen, die er alle persönlich kennt und um die er sich sorgt: „Unsere Mitarbeiter sollen sich bei uns wohlfühlen. Gute Leute sind das größte Kapital eines Unternehmens“.

Wenn er ausnahmsweise mal nichts zu tun hat, was selten vorkommt, liebt er es, im Internet zu surfen, dabei interessiert er sich für mehr oder weniger für alles, aber insbesondere für das, was mit der Schifffahrt zu tun hat.

9 Fragen an Frank Wessels

1. Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer und bekleiden mehrere Ämter. Welche Fähigkeiten benötigt man dafür um diese Aufgaben zu bewältigen?

Wessels überlegt ein paar Sekunden bevor er überzeugend spricht: „Wichtig ist der Wille sich zu engagieren und die innerliche Verbundenheit zu seiner Vaterstadt, in der man geboren und aufgewachsen ist, zu Land und seinen Menschen sowie der Schifffahrt. Ein weiterer Aspekt für mich ist ein gewisses Maß an Demut – zu akzeptieren, dass man nicht alles für selbstverständlich und gegeben halten darf, sondern dass man sich für ein funktionierendes Allgemeinwesen auch einsetzen und engagieren muss.

2. Was motiviert Sie?

Bevor er antwortet nimmt er einen Schluck von seinem Espresso der ihm gerade gereicht wurde: „Die Hoffnung, etwas zum Positiven für mein Umfeld bewegen zu können“.

3. Die ESB GmbH ist ein bekanntes, über viele Jahre bestehendes Unternehmen. Was hat das Unternehmen zu dem gemacht was es heute ist?

Wessels: „Die Ursprünge der 1994 gegründeten Emder Schlepp-Betrieb GmbH reichen zurück bis in das Jahr 1859, dem Jahr, als das Mutterunternehmen seine Tätigkeit aufnahm. Mittlerweile ist mit mir bereits die 5. Generation in Verantwortung. Meine Familie hat durch alle Generationen immer eine große Verbundenheit zu unserer Vaterstadt Emden und Ostfriesland gefühlt und gelebt. Unsere Maxime war und ist von jeher, „den Stab nicht weiter zu stecken als wir springen können“. Wir haben uns in der Vergangenheit auch mit der Hochseeschlepperei, Vercharterungen sowie Küstenschifffahrt befasst, aber mit unserem Kerngeschäft sind wir dem Emsästuar immer treu geblieben.“

4. Womit hatten Sie den größten Erfolg?

Geschäftlich kann ich das nicht richtig sagen. Sicherlich könnte man betriebswirtschaftliche Kennziffern wie Umsatz, Gewinn, Rendite usw. für eine Bewertung heranziehen, aber das sind im Grunde immer nur Momentaufnahmen. In der heutigen schnelllebigen globalisierten Geschäftswelt ein kleines Familienunternehmen durch die Zeit zu bringen ist m. E. bereits ein großer Erfolg. Für die Nautische Gemeinschaft war sicherlich die Ausrichtung und Durchführung des 32. Deutschen Seeschifffahrtstages hier in Emden im Jahre 2007 ein echtes Highlight.

5. Welche Strategien verfolgen Sie, bzw. worauf haben / werden Sie sich konzentrieren? Was sind die zukünftigen Herausforderungen an ein Unternehmen wie die ESB GmbH? 

Ich sehe es zur Zeit als größte Herausforderung an, in einem völlig offenen Markt mit zum Teil großen und größten Marktteilnehmern im Schleppassistenzgeschäft ein kleines Familienunternehmen weiterhin erfolgreich zu führen. Wenn man sich die derzeitige Situation an den nordeuropäischen Küsten ansieht wird deutlich, dass es zum Teil erbitterte Kämpfe um Marktanteile gibt, und es wird für mich die größte Aufgabe sein, in unserem kleinen und bescheidenen Markt im Emder Hafen und auf der Ems ein traditionell aufgestelltes Familienunternehmen durch die Zeit zu bringen.

6. Wo und in welchen Bereichen sind Sie besser als andere Unternehmen?  

Wessels überlegt kurz bevor er antwortet: „Ich glaube, da wir ein kleines Unternehmen sind, dass wir im Bereich der Flexibilität den entscheidenden Tick besser sind – wir haben einen sehr guten internen Zusammenhalt, wir sind eher eine große Familie als das es strenge Hierarchien gibt – wir haben schon ein großes „Wir-Gefühl“, das sich ein großes Unternehmen nicht leisten kann.“

7.  Was möchten Sie in Ihrem Arbeitsleben noch erreichen? 

Ich möchte in meinem Arbeitsleben das Geschäft auf die 6. Generation übertragen und meinem Sohn einen möglichst guten Start ermöglichen.

8. Wenn Sie zwei Wünsche, mit unbegrenztem Kapital, für Ihre Unternehmensgruppe frei hätten – was würden Sie sich wünschen? 

Wessels zögert mit der Antwort: „Kann und möchte ich nicht beantworten“

9. Eine abschließende Frage: wie und wobei entspannt sich Frank Wessels? 

In meiner freien Zeit genieße ich es, zu Hause auf der Terrasse zu sitzen bei einem guten Glas Wein und guten Gesprächen mit meiner Frau. Entspannung finde ich aber auch bei einem guten Buch oder Surfen im Internet. Hier gibt es keine besonderen Vorlieben, ich interessiere mich eigentlich für alles. Wenn das Wetter es erlaubt fahre ich gerne mit meinem Motorroller durch die schöne ostfriesische Landschaft.

Herr Wessels wir danken für das Gespräch.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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