Werbung
Mittwoch, September 30, 2020
13.2 C
Kiel
13.3 C
Hamburg
12.7 C
Bremerhaven
12.5 C
Köln

Containertransport in Vakuumröhren

Container mit Hochgeschwindigkeit durch eine Röhre vom und zum Hamburger Hafen zu befördern – das ist das gemeinsame Zukunftsbild der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und des US-amerikanischen Forschungs- und Entwicklungsunternehmens Hyperloop Transportation Technologies (HTT). 

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende, und Dirk Ahlborn, Gründer und CEO von Hyperloop Transportation Technologies
Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende, und Dirk Ahlborn, Gründer und CEO von Hyperloop Transportation Technologies, bei Ihrem Treffen in Hamburg. ©HHLA

Beide Unternehmen wollen gemeinsam an der Realisierung der Idee arbeiten und haben dazu ein Joint Venture gegründet. Dies gaben am Mittwoch, 5. Dezember 2018, die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath und der Gründer und CEO von HTT, Dirk Ahlborn, auf einer gemein­samen Veranstaltung in Hamburg bekannt.

Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Entwicklung und spätere Vermarktung eines Hyperloop-Transportsystems für Seecontainer. Zunächst ist der Aufbau einer Übergabestation für Testzwecke an einem Hamburger HHLA-Terminal sowie die Entwicklung einer Transportkapsel für Standardseecontainer geplant. Beide Partner planen zunächst den Bau einer lediglich 100 Meter langen Teststrecke, die bis zum Jahr 2021 voraussichtlich auf dem bereits weitgehend automatisierten Containerterminal Altenwerder entstehen soll.

Die eingesetzten Transportkapseln werden mithilfe von Magnetschwebetechnik in einem Tunnel, in dem ein Teilvakuum herrscht, auf bis zu 1.000 km/h und sogar darüber hinaus beschleunigt. Das Vakuum in den Röhren sorgt für einen äußerst geringen Widerstand. Auf längeren Strecken sollen die Kapseln annähernd Schallgeschwindigkeit erreichen können. Jede Kapsel kann mit einem Container beladen werden.

Eine Teststrecke für den Transport von Personen und Gütern befindet sich derzeit im französischen Toulouse im Bau.

Angela Titzrath: „Mit dem Hyperloop-Transportsystem verfolgt die HHLA das Ziel, einen weiteren Baustein für effiziente logistische Mobilitätslösungen in Deutschland zu entwickeln. Als Tor zur Zukunft wollen wir mit innovativen Ansätzen einen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur im und um den Hamburger Hafen leisten und die Kapazitäten unserer Terminalanlagen noch effizienter nutzen.“

Dirk Ahlborn: „Die HHLA verfügt als Innovationstreiber über eine lange Tradition. Lange bevor über selbstfahrende Fahrzeuge gesprochen wurde, hat die HHLA bereits in Hamburg Container autonom bewegt. Gemeinsam werden wir ein Transportsystem entwickeln, das nicht nur auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgelegt ist, sondern auch die Herausforderungen der Häfen im täglichen Betrieb berücksichtigt.“

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg: „Digitalisierung und technologische Entwicklungen verändern zunehmend unseren Arbeitsalltag. Um auch in Zukunft ein führender Logistikstandort von Weltrang zu bleiben, bedarf es neben Infrastrukturvorhaben wie der Fahrrinnenanpassung oder dem Autobahnausbau neuer Ideen sowie neuer Geschäftsmodelle im Logistikumfeld. Es ist gut, wenn wir das hier in Hamburg entwickeln und ausprobieren können.“

Hinter dem Hyperloop-Konzept steckt die Idee, Personen und Güter mit Hochgeschwindigkeit durch eine Röhre zu befördern. Die eingesetzten Transportkapseln werden mithilfe von Magnetschwebetechnik in einem Tunnel, in dem ein Teilvakuum herrscht, auf bis zu 1.000 km/h und sogar darüber hinaus beschleunigt. Eine Teststrecke für den Transport von Personen und Gütern befindet sich derzeit im französischen Toulouse im Bau.

Ahlhorn betonte, dass verschiedene Betreiberkonstellationen denkbar seien, etwa mit Airlines, Bahngesellschaften „oder auch völlig neuen Playern“. Bis zu 4100 Container soll das System pro Tag und Terminal zusätzlich zu bestehenden Verkehrsträgern umschlagen können.

 

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

Related Articles

Metal Shark introduces newly developed expedition yacht

Metal Shark, a diversified Louisiana shipbuilder specializing in the design and construction of welded aluminum and steel vessels has introduced the new Metal Shark...

DNV GL: Begrenzte Rolle von Wasserstoff in der Schifffahrt

DNV GL-Maritime hat die vierte Ausgabe seiner Maritimen Prognose bis 2050 veröffentlicht, die die Fähigkeit der Akteure in der Schifffahrt, insbesondere der Schiffseigner, verbessern...

Voith-Schneider Propeller für neue thyssenkrupp-Schubboote

Im Zuge der Modernisierung ersetzt die thyssenkrupp Steel Europe AG zwei ihrer Rhein-Schubboote mit modernen, diesel-elektrisch betriebenen Schiffe. Diese zeichnen sich aufgrund ihrer hohen...

Neue Beiträge

Metal Shark introduces newly developed expedition yacht

Metal Shark, a diversified Louisiana shipbuilder specializing in the design and construction of welded aluminum and steel vessels has introduced the new Metal Shark...

DNV GL: Begrenzte Rolle von Wasserstoff in der Schifffahrt

DNV GL-Maritime hat die vierte Ausgabe seiner Maritimen Prognose bis 2050 veröffentlicht, die die Fähigkeit der Akteure in der Schifffahrt, insbesondere der Schiffseigner, verbessern...

Voith-Schneider Propeller für neue thyssenkrupp-Schubboote

Im Zuge der Modernisierung ersetzt die thyssenkrupp Steel Europe AG zwei ihrer Rhein-Schubboote mit modernen, diesel-elektrisch betriebenen Schiffe. Diese zeichnen sich aufgrund ihrer hohen...

Ammoniakbetriebenes Aframax-Projekt erreicht wichtigen Meilenstein

Ammoniak als kohlenstofffreier Kraftstoff auf dem Vormarsch Die britische Klassifizierungsgesellschaft Lloyd's Register (LR) hat Samsung Heavy Industries (SHI) das „Approval in Principle (AIP)“ für die...

Corona-Pandemie ohne Einfluss auf riesigen Drogenschmuggel Südamerika-Europa zur See

Die gegenwärtige Coronavirus-Pandemie ist bisher ohne Auswirkung auf den Schmuggel von Drogen, besonders Kokain, von Südamerika auf dem Seeweg nach Europa gewesen. Nach Angaben...