Eine erste Teststrecke am Terminal Altenwerder wird die Kaikante mit einer Übergabestation verbinden. ©HHLA

Containertransport in Vakuumröhren

Container mit Hochgeschwindigkeit durch eine Röhre vom und zum Hamburger Hafen zu befördern – das ist das gemeinsame Zukunftsbild der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und des US-amerikanischen Forschungs- und Entwicklungsunternehmens Hyperloop Transportation Technologies (HTT). 

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende, und Dirk Ahlborn, Gründer und CEO von Hyperloop Transportation Technologies

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende, und Dirk Ahlborn, Gründer und CEO von Hyperloop Transportation Technologies, bei Ihrem Treffen in Hamburg. ©HHLA

Beide Unternehmen wollen gemeinsam an der Realisierung der Idee arbeiten und haben dazu ein Joint Venture gegründet. Dies gaben am Mittwoch, 5. Dezember 2018, die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath und der Gründer und CEO von HTT, Dirk Ahlborn, auf einer gemein­samen Veranstaltung in Hamburg bekannt.

Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Entwicklung und spätere Vermarktung eines Hyperloop-Transportsystems für Seecontainer. Zunächst ist der Aufbau einer Übergabestation für Testzwecke an einem Hamburger HHLA-Terminal sowie die Entwicklung einer Transportkapsel für Standardseecontainer geplant. Beide Partner planen zunächst den Bau einer lediglich 100 Meter langen Teststrecke, die bis zum Jahr 2021 voraussichtlich auf dem bereits weitgehend automatisierten Containerterminal Altenwerder entstehen soll.

Die eingesetzten Transportkapseln werden mithilfe von Magnetschwebetechnik in einem Tunnel, in dem ein Teilvakuum herrscht, auf bis zu 1.000 km/h und sogar darüber hinaus beschleunigt. Das Vakuum in den Röhren sorgt für einen äußerst geringen Widerstand. Auf längeren Strecken sollen die Kapseln annähernd Schallgeschwindigkeit erreichen können. Jede Kapsel kann mit einem Container beladen werden.

Eine Teststrecke für den Transport von Personen und Gütern befindet sich derzeit im französischen Toulouse im Bau.

Angela Titzrath: „Mit dem Hyperloop-Transportsystem verfolgt die HHLA das Ziel, einen weiteren Baustein für effiziente logistische Mobilitätslösungen in Deutschland zu entwickeln. Als Tor zur Zukunft wollen wir mit innovativen Ansätzen einen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur im und um den Hamburger Hafen leisten und die Kapazitäten unserer Terminalanlagen noch effizienter nutzen.“

Dirk Ahlborn: „Die HHLA verfügt als Innovationstreiber über eine lange Tradition. Lange bevor über selbstfahrende Fahrzeuge gesprochen wurde, hat die HHLA bereits in Hamburg Container autonom bewegt. Gemeinsam werden wir ein Transportsystem entwickeln, das nicht nur auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgelegt ist, sondern auch die Herausforderungen der Häfen im täglichen Betrieb berücksichtigt.“

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg: „Digitalisierung und technologische Entwicklungen verändern zunehmend unseren Arbeitsalltag. Um auch in Zukunft ein führender Logistikstandort von Weltrang zu bleiben, bedarf es neben Infrastrukturvorhaben wie der Fahrrinnenanpassung oder dem Autobahnausbau neuer Ideen sowie neuer Geschäftsmodelle im Logistikumfeld. Es ist gut, wenn wir das hier in Hamburg entwickeln und ausprobieren können.“

Hinter dem Hyperloop-Konzept steckt die Idee, Personen und Güter mit Hochgeschwindigkeit durch eine Röhre zu befördern. Die eingesetzten Transportkapseln werden mithilfe von Magnetschwebetechnik in einem Tunnel, in dem ein Teilvakuum herrscht, auf bis zu 1.000 km/h und sogar darüber hinaus beschleunigt. Eine Teststrecke für den Transport von Personen und Gütern befindet sich derzeit im französischen Toulouse im Bau.

Ahlhorn betonte, dass verschiedene Betreiberkonstellationen denkbar seien, etwa mit Airlines, Bahngesellschaften „oder auch völlig neuen Playern“. Bis zu 4100 Container soll das System pro Tag und Terminal zusätzlich zu bestehenden Verkehrsträgern umschlagen können.