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IMO 2020 – Sauberer Schiffsverkehr für Saubere Luft

Am 1. Januar 2020 trat eine globale Regelung in Kraft, die die schädlichen Schwefeloxid (SOx)-Emissionen von Schiffen erheblich verringern wird, was sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Umwelt erhebliche Vorteile bringt.

An diesem Tag wurde die globale Obergrenze für den Schwefelgehalt von Schiffsdiesel von 3,50 % auf 0,50 % reduziert. Der als “IMO 2020” bekannte reduzierte Grenzwert ist für alle Schiffe verbindlich, die außerhalb bestimmter ausgewiesener Emissionskontrollgebiete* betrieben werden, in denen der Grenzwert bereits 0,10 % beträgt.

Der neue Grenzwert bedeutet eine Senkung der gesamten SOx-Emissionen von Schiffen um 77 %, was einer jährlichen Verringerung von etwa 8,5 Millionen Tonnen SOx entspricht. Auch die Partikel – winzige Feststoffe, die bei der Verbrennung von Kraftstoffen entstehen – werden reduziert.

Als Folge davon wird eine Verringerung von Schlaganfall, Asthma, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen erwartet. Die Verringerung der Schwefelemissionen von Schiffen wird auch dazu beitragen, sauren Regen und die Versauerung der Ozeane zu reduzieren, was Pflanzen, Wäldern und Wasserpflanzen zugutekommt.

Der neue Grenzwert ist Teil des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL), eines wichtigen Umweltabkommens unter der Schirmherrschaft der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) die für die Entwicklung und Annahme von Normen zur Verhütung der Meeresverschmutzung von Schiffen sowie für die Sicherheit und Effizienz des Schiffsverkehrs und die Gefahrenabwehr im Seeverkehr zuständig ist.

Die Entscheidung, den globalen Grenzwert für Schwefel in Schiffskraftstoff auf 0,50 % zu senken, wurde 2008 getroffen und im Oktober 2016 erneut bestätigt.

Die IMO und alle Beteiligten der Branche haben umfangreiche Vorarbeiten geleistet, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Die IMO hat eine Reihe von Leitlinien herausgegeben, um den Schifffahrtssektor und seine Mitgliedstaaten bei der Vorbereitung zu unterstützen, darunter Leitlinien für die Planung der Kraftstoffumstellung (die sich mit Fragen wie der Risikobewertung für neue Kraftstoffe und der Tankreinigung befassen) und Leitlinien für die Hafenstaatkontrolle.

IMO-Generalsekretär Kitack Lim erklärte: “In den letzten drei Jahren haben die IMO-Mitgliedstaaten, die Schifffahrtsindustrie und die Mineralölindustrie unermüdlich an der Vorbereitung auf diese bedeutende Änderung des Schwefelgehalts von Schiffskraftstoff gearbeitet. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Vorteile bald bemerkbar machen werden und die Umsetzung reibungslos verläuft”.

Er fügte hinzu: “Ich bin sehr dankbar für alle Anstrengungen, die Raffinerien, Reeder, Seeleute, Industrieverbände und andere bei der Vorbereitung auf diese äußerst wichtige Änderung unternommen haben, die erhebliche positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben wird“.

Zur Unterstützung der reibungslosen Umsetzung hat das IMO-Sekretariat eine spezielle E-Mail-Adresse für alle Fragen der Mitgliedstaaten und der Schifffahrtsindustrie eingerichtet, sobald die Verordnung in Kraft tritt.

Um konformen Kraftstoff zu liefern, können die Raffinerien Kraftstoffe mit einem höheren und einem niedrigeren Schwefelgehalt mischen. Additive können zur Verbesserung anderer Eigenschaften, wie z. B. der Schmierfähigkeit, verwendet werden. Schiffe können auch andere Kraftstoffe mit niedrigem oder sogar schwefelfreiem Schwefelgehalt verwenden – zum Beispiel verflüssigtes Erdgas oder Biokraftstoffe. Die Mischung und Vermischung verschiedener Kraftstoffe wird jedoch an Bord des Schiffes nicht empfohlen. Schiffseigner sollten sich auf die einschlägigen Normen der Internationalen Organisation für Normung (ISO) beziehen (ISO 8217 und ISO/PAS 23263:2019). Schiffseigner sollten die Kompatibilität, Stabilität und andere relevante Merkmale der zu verwendenden konformen Brennstoffe prüfen.

Die Begrenzung von Luftschadstoffen durch den Einbau von Abgasreinigungssystemen, Scrubber, wird akzeptiert, wenn die Flaggenstaaten als alternative Maßnahme zur Einhaltung der Schwefelgrenzwerte das zulassen. Abgaswäscher (Scrubber) entfernen Schwefeloxide aus den Motor- und Kesselabgasen des Schiffes, so dass die damit ausgerüsteten Schiffe weiterhin Schweröl gemäß den IMO-Richtlinien verwenden können.

*Ostsee; Nordsee; nordamerikanischer Raum; Vereinigte Staaten Karibischer Raum

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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