MS Corona

„Wir transportieren Waren, keine Viren“

Corona-Krise: VDR fordert offene Häfen. 300 Millionen Tonnen Versorgungsgüter über See für Deutschland sichern.

Angesichts der Herausforderungen, die die Ausbreitung des Corona-Virus weltweit und derzeit insbesondere für Deutschland bedeuten, weist der Verband Deutscher Reeder (VDR) auf die Bedeutung einer funktionierenden Seeschifffahrt hin. Weltweit werden 90 Prozent der Waren über das Meer transportiert. Allein über die deutschen Seehäfen werden jährlich knapp 300 Millionen Tonnen an Gütern ein- oder ausgeführt. Die Schifffahrt ist mit dem LKW und der Bahn die wichtigste Säule der Versorgung.   

VDR-Präsident Alfred Hartmann: „Diese Logistikkette über See nicht abreißen zu lassen, wird in den kommenden Tagen und Wochen essentiell nicht nur für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern für jeden einzelnen Menschen. Jeder Supermarkt, jedes Unternehmen, aber auch zum Beispiel jedes Krankenhaus ist auf Waren angewiesen, die per Schiff kommen.“   

Deutschland als fünftgrößte Schifffahrtsnation der Welt hat einen wesentlichen Anteil daran, dass es zumindest bislang zu keinen größeren Versorgungsengpässen kommt. Schiffe als abgeschlossene Einheiten, die oft wochenlang auf dem Meer unterwegs sind, sind in der derzeitigen Situation besonders zum Gütertransport geeignet: „Wir transportieren Waren, nicht Viren“, sagte Hartmann. Bislang sind dem VDR keine Corona-Fälle an Bord deutscher Handelsschiffe bekannt.  

Nach Beobachtung des VDR wird allerdings immer öfter in Häfen das Einlaufen von Handelsschiffen drastisch beschränkt. „Das ist eine sehr unheilvolle Entwicklung“, warnte Hartmann. Seinen Appell, die Häfen unbedingt offen zu lassen, um Warentransport per Schiff weiter zu ermöglichen, hatte Hartmann bereits im Rahmen des Spitzen-Treffens von Arbeitgebern und Gewerkschaften mit der Bundeskanzlerin vor wenigen Tagen im Kanzleramt vorgetragen und dort breite Zustimmung erhalten. „Offene Häfen müssen eine absolute Priorität bekommen. Dies muss jetzt bei den Maßnahmen in Europa und weltweit berücksichtigt werden“, so der Verbandspräsident.