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Gigantomanie und kein Ende?

Oder: Wann platzt die gigantomanische Containerschiffsblase?

Tatsächlich haben die großen Reedereien zwischenzeitlich echte Not ihre Supercarrier, insbesondere im Ostasien-Europa-Verkehr, zu beladen. Die Kistentransporter fahren schon seit geraumer Zeit nur teilabgeladen. Ob sie nochmal voll unterwegs sein werden, kann augenblicklich kein Mensch sagen. Mit Sicherheit kann man sagen, dass diese Giganten mit 400 m Länge und über 61 m Breite, z.B. Hamburg nie voll abgeladen anlaufen werden. Was bleibt dann in Deutschland eventuell noch übrig? Vielleicht Bremerhaven und der Jade-Weser-Port. Nutznießer wird Rotterdam sein.

Kürzlich konnte im THB gelesen werden: „Im Kielwasser dieser nur teilausgelasteten Flotten fährt bereits etwas anderes mit: Die Diskussion um den Ausstieg aus der Globalisierung!“ Was das wohl bedeuten soll? Wir werden sehen.

Und noch etwas sollte beachtet werden: Airbus hat sich von der Entwicklung seines Riesenvogel A380 sehr viel versprochen – jedoch nach rund 242 Auslieferungen hat man die Reißleine gezogen und die Produktion eingestellt. Warum wohl?

Warum machen wir uns zu diesem Thema Gedanken? Da heißt es in einer Pressemeldung vom 16. April 2020: „HMM will im April das neueste ‘größte Boxschiff der Welt’ übernehmen“

Laut einer heute von Alphaliner veröffentlichten Forschungsnotiz teilte die südkoreanische Reederei Hyundai Merchant Marine (HMM) mit, dass das neue Schiff, die HMM ALGECIRAS, das erste in einer Serie von sieben Schiffen, die auf der DSME-Werft in Südkorea gebaut werden, eine nominale Kapazität von knapp 24.000 TEU (genau 23.964 TEU) haben wird.

Die größten derzeit in Betrieb befindlichen Box-Schiffe sind die sechs 23.756 TEU großen Schiffe der MSC GULSUM-Klasse, die seit letztem Juli ausgeliefert wurden und auf den Asien-Nordeuropa-Diensten der 2M eingesetzt werden. Die HMM hat mitgeteilt, dass die HMM ALGECIRAS auf dem Fernost-Nordeuropa 4-Dienst der Allianz eingesetzt wird.

Alphaliner hat diese neue Schiffsgattung als Megamax 24 bezeichnet, zu der auch andere Schiffe gehören die für HMM und Evergreen CMA CGM und MSC im Bau sind.

Samsung Heavy Industries in Südkorea baut weitere fünf Schiffe für HMM, die eine Kapazität von 23.792 TEU haben werden und mit dem Stapellauf der HMM OSLO im April debütieren werden. DSME hat von MSC einen Auftrag über 12 Schiffe mit einer Kapazität von 23.656 TEU erhalten, von denen sechs bereits ausgeliefert wurden.

Evergreen hat vier Schiffe mit einer Kapazität von 23.888 TEU in China und sechs bei Samsung mit einer Kapazität von 23.764 TEU im Bau – die Auslieferungen werden im April bzw. Dezember 2022 beginnen.

CMA CGM erteilte zwei chinesischen Werften einen Auftrag über neun Containerschiffe mit 23.112 TEU und Erdgas-Betrieb, die zwar die gleichen Abmessungen wie die anderen Megamax-Konstruktionen haben, aber wegen der riesigen LNG-Treibstofftanks 400-500 TEU verlieren werden.

“Trotz der Unterschiede in den Nennkapazitäten haben alle Megamax 24er in der Länge 24 Buchten und laden 24 Containerreihen an Deck. In den Laderäumen befinden sich 12 Containerreihen, während die Berechnungen auf 13 Containerreihen an Deck basieren. Der Kapazitätsunterschied von 172 TEU zwischen den Neubauten von DSME und Samsung liegt ausschließlich in der Decksladung”, erklärte Alphaliner.

Es wird erwartet, dass andere Reedereien dem Megamax-Club beitreten werden – “man geht davon aus, dass konkurrierende Reedereien in nicht allzu ferner Zukunft Aufträge für diese Schiffsklasse erteilen werden, wobei ONE und Hapag-Lloyd voraussichtlich die nächsten Mover sein werden”.

Der Analyst fügte hinzu: “Möglicherweise könnte dies Aufträge für weitere mit Erdgas betriebene Schiffe und/oder die ersten MGX-24-Aufträge für japanische Werften nach sich ziehen. Aber die weltgrößte Reederei, Maersk, hat bisher davon abgesehen, sich in dieser Schiffsklasse zu engagieren, ebenso wie Cosco”, fügte der Analyst hinzu.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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