KNOT Shuttle-Tanker mit CO2-reduzierender Technik

Neue KNOT Shuttle-Tanker reduzieren CO2 über 30 Prozent

Wärtsilä liefert entsprechende Technik

Die emissionsreduzierende Technik von Wärtsilä wird erneut mit einem weiteren Auftrag anerkannt. Das Unternehmen wird sein Rückgewinnungssystem für flüchtige organische Verbindungen (VOC= Volatile Organic Compounds) zusammen mit einem LNG-Brenngasversorgungssystem für zwei neue 124.000 DWT-Shuttle-Tanker liefern. Die Schiffe wurden von Knutsen NYK Offshore Tankers (KNOT), einer führenden norwegischen unabhängigen Reederei von Shuttle-Tankern, bestellt. Sie werden auf der Werft Daewoo Shipbuilding & Marine in Korea gebaut. Der Auftrag an Wärtsilä wurde bereits im April erteilt.

Bei dieser Technik werden die verflüssigten VOCs mit LNG gemischt und als Kraftstoff für die Haupt- und Hilfsmotoren verwendet. Durch die Verwendung von Erdgas als Primärkraftstoff und die Ergänzung mit der aus den VOC zurückgewonnenen Energie können diese Schiffe ihre Emissionen von CO2-Äquivalenten um 30 bis 35 Prozent, d.h. mindestens 30.000 Tonnen pro Jahr, im Vergleich zu herkömmlichen ölbetriebenen Shuttle-Tankern senken. Diese Einsparungen entsprechen in etwa dem Äquivalent der Gesamtemissionen von etwa 20.000 Autos.

“Wärtsilä hat seine VOC-Reduzierungstechnik in den letzten 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, und unsere Kompetenz auf diesem Gebiet ist im Schifffahrtssektor unübertroffen. Das bedeutet, dass diese Schiffe mit der Kombination von Wärtsilä’s VOC-Rückgewinnungs- und LNG-Kraftstoffsystemen nicht nur ökologisch äußerst nachhaltig, sondern auch kommerziell attraktiv sein werden. Die VOCs, die sonst in die Atmosphäre freigesetzt würden, können stattdessen als Kraftstoff in Drehmoment umgesetzt werden”, sagt Hans Jakob Buvarp, General Manager, Vertrieb, Wärtsilä Marine.

“Unsere Industrie verändert sich rasch in Richtung eines größeren Umweltbewusstseins und einer verbesserten Betriebseffizienz. Die beiden neuen Schiffe werden diesen Wandel widerspiegeln, vor allem dank Wärtsilä’s fortschrittlicher Technik. Sie werden wahrhaftig die neue Generation von Shuttle-Tankern repräsentieren, mit erheblich reduzierten Emissionen und niedrigeren Kraftstoffkosten”, sagt Jarle Østenstad, New Building Director, Knutsen OAS.

Die Wärtsilä-Lösungen werden ab November dieses Jahres an die Werft geliefert. Nach ihrer Ablieferung werden die Tanker in den Ölfeldern der Nordsee eingesetzt.

Exkurs: VOCs=Volatile Organic Compounds

VOC-Rückgewinnungssystem im Vergleich
VOC-Rückgewinnungssystem im Vergleich. © Wärtsilä

Bei Offshore- und Onshore-Verladungen, den Lagerungen und den Transporten von Rohöl auf Schiffen oder in Ölterminals werden Rohöldämpfe, so genannte flüchtige organische Verbindungen (VOC), in die Atmosphäre freigesetzt. Die Emission kann zwischen 0,1 kg VOC pro Tonne Ladung (Terminalverladung) und 2,8 kg VOC pro Tonne (Offshore-Verladung bei schlechtem Wetter) schwanken. Dies entspricht Hunderten von Ölfässern. Diese Emissionen stellent einen erheblichen finanziellen Wertverlust und zerstörerische Folgen für die Umwelt dar. Die Auswirkungen dieser Emissionen auf die Umwelt sind beträchtlich, da das emittierte Gas aus einer Reihe von Kohlenwasserstoffen von Methan bis hin zu höheren Kohlenwasserstoffen (typischerweise C6+) besteht. Methan ist ein Treibhausgas mit einem globalen Erwärmungspotential (GWP) von 21 (GWP für CO2 ist 1). Die Nichtmethanfraktionen, bekannt als NMVOC, reagieren in Gegenwart von Sonnenlicht mit Stickoxiden und bilden eine toxische bodennahe Ozon- und Smog-Schicht, die schädliche Auswirkungen auf die Vegetation und die menschliche Gesundheit, insbesondere auf Augen und Lungen, hat.

Das Wärtsilä Hamworthy VOC-Rückgewinnungssystem fängt die schädlichen VOC-Emissionen bei der Verladung von Rohöl auf und nutzt es als wertvollen Leichtkraftstoff für die Leistungserzeugung. Dies wird erreicht, indem Abgas in das VOC-Rückgewinnungssystem geleitet wird, die schwereren Kohlenwasserstofffraktionen (hauptsächlich C3+) des Gases durch einen zweistufigen Kondensationsprozess entfernt werden, bevor die nicht kondensierbaren Kohlenwasserstoffe im überschüssigen Gas (hauptsächlich Methan & Ethan) dem Leistungserzeuger zugeführt werden; dies bedeutet 100% VOC-Rückgewinnung und null VOC-Emissionen. Überschüssiges Gas macht bis zu 90% der in den Leistungserzeuger eingespeisten Energie aus, der Rest kann aus den in einem Lagertank gelagerten verflüssigten VOC (LVOC) geliefert werden. LVOC ist ein leichter Kohlenwasserstoffkraftstoff, der als sauberer Kraftstoff in Stromerzeugungsmodulen und Inertgasgeneratoren eingesetzt werden kann. Das VOC-Rückgewinnungssystem von Wärtsilä Hamworthy wurde bereits erfolgreich an Bord mehrerer Shuttle-Tanker und schwimmender Lagereinheiten (FSU) in der Nordsee eingesetzt.