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ME-GI-Motor absolviert erfolgreich den Seeversuch…

und reduziert zusätzlich den Methanschlupf erheblich

 ME-GI-Motoren für die Containerschiffe der Reederei Eastern Pacific Shipping zeichnen sich durch vernachlässigbaren Methanschlupf aus und sind die ersten mit der neuen Pumpenverdampfereinheit (PVU). Die Langsamläufer mit Dual-Fuel-Antrieb von MAN Energy Solutions werden jetzt in über 300 Anwendungen eingesetzt, wobei die ME-GI-Motoren über 1 Million Betriebsstunden im Erdgas-betrieb.

Der ME-GI-Motor – der neue Branchenstandard

Der MAN B&W 11G90ME-GI-Hauptmotor leistet 68.640 kW
Der MAN B&W 11G90ME-GI-Hauptmotor leistet 68.640 kW

Der erfolgreiche ME-GI-Motor hat einen neuen Branchenstandard für Zweitaktmotoren an Bord von LNG-Tankern, Containerschiffen, Autotransportern, Massengutfrachtern und weiteren Schiffstypen gesetzt. „Der ME-GI-Motor bietet Reedern und Betreibern eine einzigartige Lösung mit umweltfreundlicher und hocheffizienter Zweitakttechnik ohne Methanschlupf und anderen Treibhausgasemissionen, wie sie bei anderen Motoren entstehen“, erklärt MAN SE. Mit dem ME-GI-Motor geht die Zweitaktmotorenentwicklung noch einen Schritt weiter und kombiniert die herausragenden Eigenschaften einer Mehrstoffverbrennung mit der bekannten Zuverlässigkeit der ME-Motoren. Das Dieselprinzip, so MAN SE, verleiht dem ME-GI-Motor nicht nur eine hohe Betriebsstabilität und Effizienz, sondern gewährleistet auch einen 100 % stabilen und zuverlässigen Betrieb bei Laständerungen im Gasbetrieb unter nur normaler Zugabe von Pilotölmengen. Darüber hinaus zeichnet sich das ME-GI-Betriebsprinzip durch einen nahtlosen Wechsel zwischen Gas- und Dieselbetrieb aus. Der ME-GI-Motor nutzt die umweltfreundlichste Technik im Zweitaktmotorensegment. Das Unternehmen hat darüber hinaus einen ME-LGI-Dual-Fuel-Motor (Liquid Gas Injection) entwickelt, der das Dual-Fuel-Portfolio erweitert und den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe wie Methanol und Flüssiggas (LPG) ermöglicht.

Erfolgreiche Erprobungen im Gasbetrieb

MAN Energy Solutions hat bekannt gegeben, dass der erste ME-GI-Motor mit der neu entwickelten Pumpenverdampfereinheit (PVU) in Korea erfolgreich die Gaserprobung absolviert hat. Der Motor ist der erste, der in einer Reihe von sechs Neo-Panamax-Containerschiffen installiert wird. Die Schiffe werden von der HSHI-Werft (Hyundai Samho Heavy Industries) gebaut und wurden von der Reederei Eastern Pacific Shipping (EPS) mit Hauptsitz in Singapur beauftragt. Jedes Schiff verfügt über einen MAN B&W 11G90ME-GI-Hauptmotor. Die Reederei CMA CGM hat das Schiff mit dem Namen TENERE bereits von EPS gechartert.

MAN ES berichtet weiter, dass es sich bei dem Motor um den größten und leistungsstärksten mit Erdgas betriebenen Motor (MCR 68.640 kW) handelt, den das Unternehmen bisher hergestellt hat. Die Einsatzerfahrungen von ME-GI-Betreibern, die eine Gasverfügbarkeitsrate von über 98 % verzeichnen konnten, belegen die Standfestigkeit und Zuverlässigkeit des Motors. Der neue Motor zeichnet sich auch durch eine Reihe neuerer technischer Entwicklungen aus, darunter eine Pumpenverdampfereinheit (PVU) und PBIV-Technik (Pilot Booster Injection Valve). Dies entspricht der Strategie des Unternehmens, zunehmend komplette Antriebslösungen anzubieten.

HHI-EMD kündigte den Abschluss der Werkstatttests für den ersten der sechs MEGI-Motoren für Ende Januar 2020 an. MAN Energy Solutions berichtete zu diesem Zeitpunkt, dass der Motor während des Tests erfolgreich bei 100 % Last im Gasbetrieb eingesetzt wurde, Laständerungen beherrschen und einen tadellosen Zylinderzustand aufrechterhalten konnte. MAN Energy Solutions berichtete damals zudem, dass der Motor − ohne dass zusätzliche Tests erforderlich waren − seinen FAT (Factory Acceptance Test) erfolgreich bestanden hatte und völlig erwartungsgemäß funktionierte, Last- und Kraftstoffwechsel einwandfrei bewältigte und dabei tadellose Zylinderbedingungen aufrechterhielt. Das Unternehmen gibt auch an, dass es mit seinem Portfolio von Dual-Fuel Motoren über 300 Verkäufe verbucht hat. Alle Motoren werden mit Erdgas oder anderen sauberen Kraftstoffen wie LPG und Methanol betrieben. „Dies unterstreicht unsere Führungsrolle in diesem kritischen Marktsegment“ sagt MAN.

ME-GI-Motoren erreichten inzwischen im reinen Erdgas-Betrieb über eine Million Betriebsstunden.

Pumpenverdampfereinheit (PVU)

Die erfolgreiche EPS-Gaserprobung erfolgte im Rahmen der Markteinführung der Pumpenverdampfereinheit PVU 8000. Es handelt sich um die größte PVU, die je von MAN ES hergestellt wurde und um die größte im maritimen Bereich erhältliche. Diese PVU gewährleistet durch eine kompakte Bauweise einen zuverlässigen LNG-Durchfluss und durch die Einzelsteuerung der kryogenen Cold End-Pumpen die Redundanz, die für eine jederzeit hohe Zuverlässigkeit erforderlich ist.

PBIV-Technik (Pilot Booster Injection Valve)

Der Motor verfügt außerdem über die neue PBIV-Technologie (Pilot Booster Injection Valve), die je nach verwendetem Kraftstoff kleinere oder größere Zerstäubungsbohrungen für die Kraftstoffeinspritzung der Motoren verwendet. Im Gasbetrieb reduziert die Verwendung kleinerer Bohrungen den Verbrauch von Pilotöl auf nur 1,5 %. Dies reduziert den Pilotölverbrauch auf etwa die Hälfte. Im Dieselbetrieb werden die größeren Bohrungen verwendet. Die PBIV-Ventile stellen die neueste Piloteinspritztechnik dar, die durch die SPOC-Optimierung (Specific Pilot Oil Consumption) den Dual-Fuel-Betrieb ermöglicht.

Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.

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